«Godless» räumt zudem auch den Goldenen Leoparden ab, die wichtigste Auszeichnung des Festivals. Damit qualifiziert sich der Film als bester Spielfilm im offiziellen Wettbewerb.
Der Film erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die in einer bulgarischen Stadt ältere Menschen betreut und ihnen die Identitätskarten stiehlt. In einer ungerechten Gesellschaft, mit beschränkten Möglichkeiten, und wegen Gewalt in ihrer persönlichen Vergangenheit lebt sie in einer kalten Welt ohne Mitleid und Liebe. Gana sehnt sich nach Erlösung von ihrem leidvollen Leben. Der Film wird zu einem Schrei aus tiefer Not, der nach Rettung sucht. Er stellt die Frage, ob die Klage gehört wird und welcher Weg herausführt aus einer zerstörerischen und korrupten Gesellschaft.
Je eine lobende Erwähnung durch die Ökumenische Jury erhalten die Filme «Mister Universo» von Tizza Covi (Italien) und Rainer Frimmel (Österreich) sowie «Marija» von Michael Koch (Schweiz).
Preis der Ökumenischen Jury
Seit 1973 ist jedes Jahr eine Ökumenische Jury am wichtigsten Schweizer Filmfestival in Locarno präsent. Seither zeichnet das Gremium Filme aus, die das Publikum für religiöse, menschliche oder soziale Werte sensibilisieren. Das Preisgeld von 20’000 Franken, das an den Verleih des ausgezeichneten Films in der Schweiz gebunden ist, wird von den evangelisch-reformierten Kirchen und der römisch-katholischen Kirche der Schweiz gestiftet. Die Mitglieder der Ökumenischen Jury werden von den beiden internationalen kirchlichen Filmorganisationen Interfilm und Signis gestellt und gehören verschiedenen christlichen Konfessionen an. In diesem Jahr besteht die Jury aus Paul Block (USA), Walter Chikwendu Ihejirika (Nigeria), Charles Martig (Schweiz), Martina Schmidt (Schweiz) und Werner Schneider-Quindeau (Deutschland), der die Jury präsidiert.