Dargebotene Hand

Anrufe zum Thema Suizid nehmen zu

Die Dargebotene Hand hat in den ersten sieben Monaten dieses Jahres mehr Anrufe zum Thema Suizid erhalten als in den Vorjahren. Immer öfter rufen Minderjährige in Not an.

Die Dargebotene Hand verzeichnet für die ersten sieben Monaten dieses Jahres eine besorgniserregende Entwicklung. Immer öfter werden ihre Berater mit dem Thema Suizid konfrontiert. Die Anrufe dazu nahmen gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozent zu, gegenüber 2019 um 34 Prozent. Damit fielen die Suizid-Anrufe nicht auf den Stand vor der Covid-19-Pandemie zurück.

Viele andere Themen gingen dagegen nach den Pandemiejahren wieder zurück, wie die Dargebotene Hand mit ihrem Beratungstelefon unter der Nummer 143 mitteilte. Zwischen Januar und Juli 2023 kam Suizid an dem Telefon mehr als 19 mal pro Tag zur Sprache. In der gleichen Periode 2019 war das 13 mal der Fall gewesen.

Obwohl Gespräche mit Minderjährigen am Beratungstelefon lediglich einen geringen Anteil aufweisen, nahm der Austausch mit dieser Altersgruppe in den ersten sieben Monaten 2023 um 8 Prozent zu. Wie die Dargebotene Hand schrieb, führen jüngere Menschen erfahrungsgemäss ungern Gespräche am Telefon. So lasse sich die Not, die hinter jedem Anruf stecke, nur erahnen.

Die Dargebotene Hand ist eine der ältesten Organisationen für die Suizidprävention in der Schweiz. Sie bietet Menschen in Verzweiflung, Sorgen und Stress ein offenes Ohr. Wie die Organisation mitteilte, können Empathie und die Gesprächsbereitschaft über Suizidgedanken einen Beitrag zur Suizidprävention leisten. Reden könne retten.

Die Dargebotene Hand unterhält zwölf Regionalstellen mit rund 700 Fachpersonen. Das Angebot ist kostenlos, anonym und rund um die Uhr erreichbar. Die Organisation finanziert sich zu neun Prozent aus Eigenleistungen, zu 28 Prozent aus institutionellen Beiträgen und zu 63 Prozent aus Spenden. (sda/ no)