An’Nur-Moschee: Untersuchungshaft für neun Beschuldigte

Von den zehn Personen, die am Dienstag im Umfeld der umstrittenen Winterthurer An'Nur Moschee verhaftet worden sind, müssen neun in Untersuchungshaft. Dies hat das zuständige Gericht angeordnet.

Am 22. November 2016 sollen zwei Muslime in der An'Nur-Moschee von Glaubensbrüdern angegriffen worden sein.
Am 22. November sollen zwei Muslime in der An'Nur-Moschee von Glaubensbrüdern angegriffen worden sein. (Bild: Google Street View)

Die Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland hatte den Antrag auf Anordnung von Untersuchungshaft gestellt. Das Zwangsmassnahmengericht hat diese nun angeordnet, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte.

Am Dienstag waren neun Erwachsene sowie ein Jugendlicher in Winterthur und Umgebung verhaftet worden. Ihnen wird vorgeworfen, am 22. November 2016 in der An’Nur-Moschee in Winterthur zwei Personen muslimischen Glaubens angegriffen, geschlagen, mit dem Tod bedroht und eingesperrt zu haben.

Die Verhafteten wurden mittlerweile von Polizei und Staatsanwaltschaft einvernommen, einer wurde auf freien Fuss gesetzt.

«Aufwändige Untersuchung»

Die Staatsanwaltschaft werde nun die «aufwändige Untersuchung» weiterführen. Sie rechnet mit «mehreren Wochen bis Monaten». Zu gegebener Zeit werde wieder informiert, heisst es weiter.

Ebenfalls in U-Haft sitzt ein 17-Jähriger. Auch gegen ihn wird wegen Angriffs, Freiheitsberaubung, Drohung, Nötigung sowie Körperverletzung ermittelt, wie die Oberjugendanwaltschaft gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte.

Zur Auseinandersetzung in der Moschee dürfte es wegen einer kritischen Medienberichterstattung gekommen sein: Die beiden Angegriffenen wurden offenbar des Verrats beschuldigt. Sie sollen einem Journalisten Informationen über eine umstrittene Predigt weitergegeben haben. (sda)