Anglikanische Bischöfe wollen Homo-Gottesdienste

Eine bischöfliche Arbeitsgruppe der anglikanischen Kirche von England will Gottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare ermöglichen.


In ihrem am 28. November in London veröffentlichten Bericht, der seit Januar 2012 laufende Beratungen zum Umgang mit Sexualität zusammenfasst, fordern die Oberhirten zugleich einen entschiedeneren Kampf gegen Homosexuellenfeindlichkeit und würdigen den Beitrag von Homosexuellen in der anglikanischen Kirche.

Die Bischöfe betonen, ihre Empfehlungen zielten nicht auf «irgendeine Veränderung in der kirchlichen Lehre zum Sexualverhalten». Allerdings sei die Gesellschaft in raschem Wandel. Kleriker sollten mit Zustimmung ihres Kirchenrates die Möglichkeit haben, geeignete Gottesdienste anzubieten, um eine gläubige gleichgeschlechtliche Beziehung zu feiern. Dabei handele es sich um ein «pastorales Zugeständnis, das keinerlei Änderung der kirchlichen Lehre einschliesst».

Kein Geistlicher und keine Gemeinde sollten solche Feiern gegen ihren Willen anbieten müssen, unterstrichen die Bischöfe. Eine Trauung homosexueller Paare sei ohne grössere Änderungen des Kirchenrechts nicht möglich.

Erst vor gut einem halben Jahr hatte die anglikanische Kirche von England bekräftigt, dass es weiterhin keine Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Paare geben solle. Der jetzige Bericht soll im Dezember im «House of Bishops», einer der drei Abteilungen der anglikanischen Generalsynode, erörtert und in einem weiteren Kreis im Januar diskutiert werden. – Grossbritannien hatte 2012 die Zivilehe für Homosexuelle eingeführt.