Caroline Schröder Field, Pfarrerin am Basler Münster
Ich würde auf einer katholischen Kanzel gerne einmal über Maria predigen. Die Haltung der Reformatoren zu Maria war wesentlich wertschätzender als oft angenommen, und im Basler Münster sind Spuren der Marienverehrung noch deutlich sichtbar. Auch wenn uns Protestantinnen und Protestanten der Sinn für Marienverehrung fast völlig fehlt: die ersten drei Lieder in unserem reformierten Gesangbuch sind Dichtungen zum Magnifikat! Wann immer ich im Münster die Vesperliturgie gestalte, lese ich meistens auch Marias Lobgesang aus dem Lukasevangelium. Dadurch hat Maria in meiner Spiritualität längst «einen Fuss in der Tür».
Ella de Groot, Pfarrerin in Muri-Gümligen BE
Ich würde zu Gen.22,1-13, die Opferung des Isaak aus der Perspektive seiner Mutter Sara, predigen. Für mich stellt sich die Frage wer, oder was ist das wirkliche Opfer. Denn aus blinder Gehorsamkeit und dogmatischer Frömmigkeit wird die Liebe geopfert.
Niklaus Peter, Pfarrer am Fraumünster in Zürich
Konfessionalistische Reden gehören nicht auf römisch-katholische und auch nicht auf evangelisch-reformierte Kanzeln. Und doch wäre es schön, wenn ich Matthäus 16.18-19 auszulegen hätte, und in evangelischer Freiheit etwas über dieses Wortspiel vom Felsen des ja nicht immer so felsenfest überzeugten Petrus und von den Schlüsseln des Himmelreiches sagen könnte. Und dabei deutlich würde, dass diese zum Aufschliessen und nicht zum Verschliessen verwendet werden sollten. Das würde, da bin ich mir ziemlich sicher, bei vielen katholischen Mitchristen auf freudige Zustimmung stossen.
Pascale Rondez, Pfarrerin auf der Forch/Kirchgemeinde Maur ZH
Ich würde zum Thema «Was würde wohl unser Herr Heiland dazu sagen, wenn er uns so sähe?» predigen. Predigttext: Mk 3,31-35 – Wer den Willen Gottes tut, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter. Die Kollekte ginge ans Brot für alle und an das Fastenopfer. Die Musik würde von den versammelten Chören der Gemeinde stammen. Und danach: Ab zu einem ökumenischen Brunch, der bis in den Mittag und darüber hinaus dauert.
Lukas Stuck, Pfarrer in Zofingen AG
Ich würde auf einer katholischen Kanzel nichts anderes als auf einer reformierten predigen, und zwar zum Thema «7 Wochen ohne grosse Worte». In der Fastenzeit lohnt es sich für alle Kirchen, einmal auf grosse Worte wie «Barmherzigkeit» und «Gnade» zu verzichten. Solche grossen Worte verlieren die Kraft, wenn sie zu häufig gebraucht werden. Statt mit grossen Worten zu beeindrucken, würde ich erzählen, wo ich im Kleinen manchmal Grosses erlebe.
Frank Lorenz, Pfarrer an der Offenen Kirche Elisabethen in Basel
Liebe römisch- und auch sonst-katholischen Geschwister: