D: «Dramatische» Austrittszahlen bei den evangelischen Kirchen

Mehrere deutsche evangelische Landeskirchen rechnen für 2014 mit deutlich höheren Austrittszahlen. Hintergrund ist die Neuregelung beim Einzug der Kirchensteuer auf Kapitalerträge. Dies berichtete der Evangelische Pressedienst epd am 2. Februar.

(Bild: Wikimedia)

Nach der Erfassung des ersten Halbjahrs 2014 schätze die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau die Zahl der Austritte auf rund 16‘000, sagte Pressesprecher Volker Rahn am Montag dem epd. Dies wäre ein deutlicher Anstieg nach 13‘700 Austritten im Jahr 2013 und 10‘200 im Jahr davor. Für die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern hatte Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm im Januar von rund 30‘000 Austritten im vergangenen Jahr gesprochen, 2013 waren es nur 19‘000.

Auch die Evangelische Kirche der Pfalz verliessen 2014 deutlich mehr Mitglieder als in den Vorjahren. Der Anstieg bei den Kirchenaustrittszahlen sei «dramatisch», sagte der Pressesprecher der Landeskirche, Wolfgang Schumacher, am Montag dem epd. Aussagekräftige Zahlen würden aber erst im Verlauf des Frühjahrs vorliegen. Hauptursache für den Mitgliederrückgang sei wohl das seit Jahresbeginn geltende neue Bankenverfahren zum Einzug der Kirchensteuer auf Kapitalerträge.

Manche Kirchenmitglieder hätten das neue, automatisierte Einzugsverfahren offenbar fälschlicherweise als eine neue Form der Kirchensteuer betrachtet und seien daraufhin aus der Kirche ausgetreten, sagte Schumacher.