Zürcher Konfnacht: 300 Jugendliche wanderten durch die Nacht

Einmal im Jahr unternehmen Zürcher Konfirmanden eine Nachtwanderung. Letztes Wochenende waren es knapp 300 Jugendliche, die von Rüti nach Greifensee zogen, fast doppelt so viele wie letztes Jahr. Hier die Impressionen von Pfarrer Joachim Korus, der ebenfalls teilnahm.

Wach durch die Nacht: Die Konfirmanden auf dem Weg von Rüti nach Greifensee.
Wach durch die Nacht: Die Konfirmandinnen auf dem Weg von Rüti nach Greifensee. (Bilder: Joachim Korus)

Eine solche Wanderung macht man nicht alle Nächte! 20 Kilometer bei sternklarer Mondnacht zu Fuss von Rüti nach Greifensee. Im Kirchgemein­dehaus Rüti wurden alle Konfirmandinnen per Stempel registriert, bevor der Horgener Pfarrer Johannes Bardill die knapp 300 Jugendli­chen und alle Begleitpersonen in der Kirche zur Konfnacht begrüsste.

Nach dem Lied «Wechselnde Pfade… alles ist Gnade» ging es los. Waren anfangs noch die meisten mit ihrem Smartphone beschäftigt, so änderte sich dies bald. Denn in der Dunkelheit blendete der Touchscreen, so dass man den Weg nicht mehr sah. Also das Ding ausschalten und höchstens als Taschenlampe benutzen.

Mitternacht im Schlosspark

Nach einer Stunde trafen wir in Bubikon ein. Zwischenhalt in der Kirche. Nach einer weiteren Stunde erreichten wir um Mitternacht Grüningen. Dort luden uns Grüninger Konfirmanden zusammen mit ihrem Pfarrer im Park der Schlosskirche an offenem Feuer zu Bouillon und Brötchen ein.

  • Volle Ränge in der Kirche Rüti. Bald gehts los.
Allerdings über­mann­te die ersten auch schon die Müdigkeit, und mancher schlief auf der Schloss­wiese oder im Saal ein. Doch nicht lange. Um zwei Uhr wurde wieder zum Aufbruch geblasen. Es folgten mehrere Kilometer Wanderung durch eine sternklare Mondnacht mit mystischen Nebelfeldern. Autofahrer wunderten sich über die grosse Schar von Jugendlichen.

Keine Zeit zum Schlafen

Als wir in der Kirche von Mönchaltorf ankamen, war die Freude gross. Endlich wieder in einer Kirche sitzen und sich erholen dürfen! Solche Gedanken haben Jugendliche nur selten. Die kurze Geschichte von Pfarrer Bardill bekamen die meisten vor lauter Erschöpfung nicht mehr mit.

Doch es blieb keine Zeit zum Schlafen, weiter ging es an den Greifensee. Die Stimmung in der Natur war weiterhin mystisch, und die Jugendlichen wurden immer leiser. Letzter Zwischenhalt war bei der Badi Uster, bevor am frühen Morgen die Kirche Greifensee erreicht wurde. Dort gab es noch ein Morgenessen, das allerdings nur kurz dauerte. Alle waren nach der Nacht derart k.o., dass sie schnell nach Hause wollten.