Zürcher Kirchenrat setzt Kirchenpfleger ab

Nachdem der Zürcher Kirchenrat im Juli den Kirchgemeindepräsidenten der reformierten Kirchgemeinde Industriequartier, Helmuth Werner, seines Amtes enthoben hat, sind nun auch die vier Mitglieder der Kirchenpflege im Amt eingestellt worden.


Die Einstellung sei beschlossen worden, weil die Kirchenpfleger sich «nicht willens zeigten oder nicht in der Lage waren» mit dem Interimspräsidenten, Uwe Müller-Gauss, konstruktiv zusammenzuarbeiten, schreibt die Landeskirche am 1. September.

Die Kirchenpflege habe Sitzungen einberufen und Beschlüsse gefasst, ohne  Müller zu informieren. Den ordnungsgemässen Sitzungen seien sie aus Protest ferngeblieben.

In den letzten Wochen sei es in der Kirchgemeinde ausserdem zu diversen Einbrüchen, Diebstählen und Sachbeschädigungen gekommen, schreibt die «Neue Zürcher Zeitung» am 2. September. Gegen Werner und drei weitere Personen sei ein Hausverbot ausgesprochen worden. Der abgesetzte Präsident wehre sich in einem Flugblatt gegen die Vorwürfe.

Solange die Kirchgemeinde über keine handlungs- und beschlussfähige Kirchenpflege verfügt, ist Müller-Gauss laut Mitteilung als Sachwalter mit umfassenden Befugnissen eingesetzt. Er werde die Geschäfte führen bis Präsidium und Kirchenpflege wieder rechtskräftig besetzt sind.