Aus Chur kam der Bescheid, Bischof Vitus Huonder wolle die Angelegenheit mit dem Bischofsrat besprechen und dann auf die Zürcher zukommen. Einen Gesprächstermin gibt es noch nicht, wie der Zürcher Synodalratspräsident Benno Schnüriger erklärte.
Der Kanton Zürich ist formell nicht Teil des Bistums Chur, sondern nur ein Administrationsgebiet. Der Wunsch nach einem eigenen Bistum kommt seit vielen Jahren immer wieder hoch.
Erste Ideen einer Loslösung vom Bistum Chur und von Grenzverschiebungen in anderen Diözesen kamen in den 1970er Jahren auf, nachdem das Zweite Vatikanische Konzil eine Aufbruchsstimmung ausgelöst hatte. Die SBK setzte damals eigens eine Kommission ein, die verschiedene Varianten prüfen sollte.
Aber alle Vorschläge blieben Vorschläge. Ein formelles Zürcher Gesuch 1990 an die Bischofskonferenz wurde nicht beantwortet. Das Hauptargument aus Zürich war dabei stets dasselbe: Das Bistum Chur ist zu gross – wie auch die Bistümer Basel und Lausanne/Genf/Freiburg.
Als Zeithorizont für die Schaffung eines Bistums Zürich nannte Schnüriger nun 2023. Das Jahr sei nicht zufällig gewählt: 1823 wurde das damalige Bistum Konstanz aufgelöst, zu dem die ganze Deutschschweiz gehört hatte. Seither seien überall neue Bistümer entstanden – nur nicht in Zürich. Der Synodalratspräsident fände es «schön, auf das 200-Jahr-Jubiläum hin ein Bistum Zürich ins Auge zu fassen».