ZH: Eigener Verband für zehn orthodoxe Gemeinschaften

Christen aus zehn orthodoxen Gemeinschaften haben am Bettag in der griechisch-orthodoxen Kirche in Zürich den «Verband Orthodoxer Kirchen im Kanton Zürich» gegründet.

Der Vorstand des neuen orthodoxen Verbandes.
Der Vorstand des neuen orthodoxen Verbandes. (Bild: Vera Markus/Katholische Kirche im Kanton Zürich)

Ziel des Verbandes sei, als ebenbürtiger Partner im kirchlichen Leben von Stadt und Kanton ernstgenommen zu werden und einen Beitrag zu leisten. Die orthodoxen Kirchgemeinden wollen sich beteiligen an der Seelsorge in Spitälern und Gefängnissen, mitarbeiten im Bereich des Religionsunterrichtes an Schulen sowie im Umfeld christlicher Spiritualität auch ihre Formen und Prägungen einbringen.

Das Co-Präsidium bilden die der koptischen Kirche zugehörige Frau Siham Müller und der griechisch-orthodoxe Kyriakos Papageorgiou. Beide leben seit vielen Jahrzehnten in der Schweiz, Papageorgiou ist seit 1999 Mitglied des Zürcher Gemeinderates. In den Vorstand gewählt wurden Mitglieder der Kirchgemeinden der orthodoxen Kirchen von Ägypten, Äthiopien, Armenien, Griechenland, Rumänien, Russland, Serbien und Syrien.

Regierungsrat Martin Graf gratulierte dem jungen Vorstand und wünschte ihm einen langen Atem auf dem Weg zur Anerkennung. Irene Gysel, Vizepräsidentin des reformierten Kirchenrates, bezeichnete diesen Tag als kleines Pfingstwunder, das sich über alle kulturellen, theologischen und sprachlichen Verschiedenheiten hinweg innerhalb der Orthodoxie ereignet hätte. Sie freute sich darüber, dass in den Vorstand drei Frauen gewählt wurden. Benno Schnüriger, Präsident des katholischen Synodalrates, erinnerte daran, dass auch die Katholiken eine Einwandererkirche waren, die erst 1963 ihre Anerkennung erhielt.