ZH: Schlieren will kein muslimisches Gräberfeld

Auf dem Friedhof von Schlieren entsteht kein separates Gräberfeld, auf dem Muslime nach islamischen Vorschriften bestattet werden können. Das Stadtparlament hat am 24. Juni mit 22 zu 10 Stimmen einen Antrag auf Rückweisung des überarbeiteten Friedhofsreglements deutlich gutgeheissen, meldete die «Neue Zürcher Zeitung» am 25. Juni.


Der Stadtrat von Schlieren wollte die Verordnung über das Friedhof- und Bestattungswesen revidieren und unter anderem ein Grabfeld für die muslimische Bevölkerung schaffen. Im Stadtparlament hat die Vorlage jedoch Schiffbruch erlitten. Mit deutlicher Mehrheit sprachen sich die Parlamentarier für die Rückweisung des überarbeiteten Friedhofreglements aus.

Ein separates Grabfeld für Muslime widerspreche der grossen Toleranz der Schweiz, die alle Menschen nach dem Tod gleich behandle, argumentierte Markus Weiersmüller von der FDP dem Bericht zufolge. Die Gegner befürchteten zudem, dass Muslime vermehrt ihren Wohnsitz nach Schlieren verlegen würden.

Nach Angaben von Stadtrat Markus Bärtschiger sind 16,5 Prozent der Schlieremer Bevölkerung mittlerweile muslimischen Glaubens. Ein Argument, das in der Parlamentsdebatte kein Gehör fand.

Für die Schaffung eines muslimischen Gräberfelds sprachen sich nur Vertreter der Grünen und der SP aus. Abgelehnt wurde ein solches laut SRF-Regionaljournal Zürich-Schaffhausen (25. Juni) nebst der FDP auch von SVP, EVP, dem Quartierverein und der CVP. Im Kanton Zürich haben bislang die Städte Zürich und Winterthur Grabfelder für Muslime eingerichtet.

Die Vereinigung der islamischen Organisationen in Zürich (Vioz) bezeichnete den Entscheid in einer Stellungnahme als «bedauernswerten Rückschlag für eine konstruktive Integrationspolitik».