Die reformierte Zürcher Landeskirche hat zum Lehrplan 21 ebenfalls eine Stellungnahme abgegeben, wie der Kirchenrat in einer Mitteilung am 20. Dezember schreibt. Gemäss dieser Stellungnahme unterstützt der Kirchenrat grundsätzlich die positive Einschätzung des Lehrplans 21. Mit der Aufnahme des Bereichs «Ethik – Religionen – Gemeinschaft» seien gute Voraussetzungen für einen obligatorischen schulischen Religionsunterricht geschaffen worden. Als richtigen Ansatz wertet der Kirchenrat auch den Lebensweltbezug der Schüler.
Der Kirchenrat vermisse im Lehrplan 21 jedoch einen «prägnanteren Bezug auf die jüdisch-christlichen Prägungen der Schweizer Lebenswelten». Die «vorfindliche Welt in der deutschen Schweiz» sei grösstenteils von dieser Kultur geprägt, und ein «Verständnis der schweizerischen Gesellschaft ohne Basiswissen über christliche Überlieferungen und Werte» sei nicht möglich.
Lehrplan geht hinter Zürcher Modell zurück
Indem der Lehrplan 21 auf die explizite Nennung von wesentlichen Inhalten der jüdisch-christlichen Überlieferung verzichte, gehe er hinter die Leitlinien des Zürcher Modells für das Fach «Religion und Kultur» zurück, das als wegweisend gelte, heisst es in der Mitteilung des Kirchenrats.
Der Kirchenrat hätte erwartet, dass sich der Bildungsrat in seiner Stellungnahme stärker für dieses Modell verwenden würde. Gemäss Kirchenrat leistet dieser Zürcher Ansatz einen wesentlichen Beitrag gegen den Traditionsabbruch sowie zur Förderung von kulturellem Wissen, von Identitätsfindung und Orientierungskompetenz.
Als konkrete Ergänzung schlägt der Kirchenrat vor, dass Schüler Feste verschiedener Religionen anhand ihrer Bräuche und Erzählungen erläutern sowie kulturelle Unterschieden analysieren können.
Die Bildungsdirektion hatte am 19. Dezember bekanntgegeben, dass die Konsultation zum Lehrplan 21 im Kanton Zürich grundsätzlich positiv aufgenommen worden ist. Der Bildungsrat hatte die Vorlage als geeignet erachtet, um auch im Kanton Zürich umgesetzt zu werden. Unterstützt wurde er dabei von zahlreichen Verbänden und Institutionen im Kanton Zürich, die ebenfalls eine Stellungnahme abgegeben haben, darunter der reformierten Landeskirche.