ZH: Innovative Lehrmittel für das Fach «Religion und Kultur»

Am 5. Juli wurde die vollständige Lehrmittelreihe «Blickpunkt 1-3» des Lehrmittelverlags Zürich den Medien vorgestellt. Es seien die ersten deutschsprachigen Lehrmittel für ein Fach, das nicht nur über eine, sondern über alle Weltreligionen informiert, hiess es in verschiedenen Medien am 6. Juli.


Das neue Fach «Religion und Kultur», das im Kanton Zürich von Kindern und Jugendlichen aller Glaubensrichtungen besucht werden muss, verwendet fortan die neue Lehrmittelreihe. Das Fach «Religion und Kultur» wolle primär kulturkundliches Grundwissen über Weltreligionen aufbauen. Es soll Einblick in verschiedene Religionen gewähren, ohne dass damit eine bestimmte Glaubensaufforderung und damit eine Wahl verknüpft seien, schreibt die «Neue Zürcher Zeitung» am 6. Juli. Das Wissen und die erlangten Kompetenzen sollen die Konfliktfähigkeit fördern. Das Fach ist mit dem Lehrplan 21 kompatibel, heisst es weiter. Gelehrt wird «Religion und Kultur» ausschliesslich von Fachpersonen, die nicht aus dem kirchlichen Bereich stammen.

Akribisch auf sachlichen Inhalt geprüft
Seit einem Jahr nun arbeitet die Unterstufe bereits mit dem ersten von drei Bänden, die Mittel- und Sekundarstufe verwenden die Lehrmittel neu ab sofort. Das Fach selbst war seit 2007 gestaffelt eingeführt worden. Insgesamt 3500 Lehrpersonen wurden dafür weitergebildet. Eine Expertengruppe mit Fachdidaktikern und Vertretern aller grossen Religionsgemeinschaften hatte die Lehrmittel im Vorfeld konzipiert.

Die Lehrmittel seien «akribisch auf ihren sachlichen Gehalt hin überprüft» worden, heisst es weiter. Man habe nicht auf Vorbilder zurückgreifen können – die Lehrbücher sind Neuland. Die ersten beiden Bände legen den Schwerpunkt auf das Christentum, der dritte behandelt den Aufbau von Grundkenntnissen der grossen Weltreligionen.

Die Freidenker, welche im Vorfeld auch im Expertengremium vertreten waren, äusserten nach der Präsentation Kritik am neuen Lehrmittel: Die Erwartungen der konfessionslosen Bevölkerung werde nicht erfüllt, Kinder aus nicht religiösen Elternhäusern stigmatisiert, hiess es im «Tages-Anzeiger» vom 6. Juli.