Zahl der Teufelsaustreibungen nimmt zu

Rund 1300 Personen lassen sich jährlich in der Schweiz den Teufel austreiben. Gemäss Recherchen der Sendung «Rundschau» des Schweizer Radios- und Fernsehens nehmen Anfragen für Exorzismen zu.

Die katholische Kirche hat im Kampf gegen das Böse alle Hände voll zu tun. (Bild: Screenshot SRF)

Eine Umfrage der Sendung «Rundschau» bei allen katholischen Bistümern der Schweiz zeigt: 2016 erbaten Gläubige mindestens 420 Mal eine Teufelsaustreibung durch einen Exorzisten. Im Bistum Lugano meldeten sich rund 200 Personen. In Freiburg, Lausanne und Genf gingen rund 80 Anfragen ein, und in den Diözesen Basel und Chur gab es je 79 Fälle.

Auch bei den Evangelikalen stehen die Teufelsaustreibungen hoch im Kurs. Gemäss der evangelischen Heilsarmee gehen jährlich rund 900 Anfragen zu diesem Thema ein. Die Dunkelziffer von Menschen, die sich besessen fühlen, ist laut der «Rundschau» allerdings gross. Betroffene melden sich oft direkt beim Pfarrer ihrer Gemeinde.«Deshalb können die exakten Exorzismus-Wünsche nur schwer abgeschätzt werden», schreibt SRF.

Chur, das Eldorado für Exorzismen

Die Anfragen zum Thema hätten sich in den vergangenen fünf Jahren verdreifacht, sagt Georg Schmid von der evangelischen Beratungsstelle Relinfo gegenüber der «Rundschau». Schmid ist Anlaufstelle für Personen, die sich informieren wollen oder eine schlechte Erfahrung mit Exorzismen gemacht haben.

Teufelsaustreibungen würden heute in allen religiösen Richtungen zunehmen, sagt Schmid: «Chur ist das Eldorado des Exorzismus im deutschsprachigen Raum. Es ist geradezu ein Pilgerort für Menschen, die Exorzismen suchen.»