ref.ch: Wie kam es zur Idee des Quereinsteiger-Studiums in der Theologie?
Thomas Schaufelberger: Unter dem Eindruck eines sich ab 2017 abzeichnenden Pfarrmangels hat uns die Konferenz der Konkordatskirchen einen Projektauftrag erteilt. Bis im Juni 2014 sollen wir abklären, wie viel ein Quereinsteiger-Studium kosten würde, welche Zulassungen es braucht und wie ein solcher Studiengang gestaltet werden kann. Ein Steuerungsausschuss verantwortet nun die Ausarbeitung des Projekts. Im Juni unterbreiten wir dann der Konferenz einen Vorschlag.
Wer sitzt im Steuerungsausschuss?
Es sind drei Vertreter der Konkordatskirchen, Michel Müller ZH, Christoph Weber-Berg AG und Lukas Kundert BS. Dazu die beiden Fakultätsvertreter Albrecht Grözinger von der Uni Basel und Thomas Schlag von der Uni Zürich. Ich als Projektleiter sowie der Projektmitarbeiter Matthias Bachmann sind ebenfalls dabei.
Die Vertreter des Fachvereins Theologie befürchten eine Schnellbleiche…
Das scheint mir ein bisschen vorschnell. Momentan haben wir noch nicht einmal einen Entwurf, wir klären erst die Rahmenbedingungen. Aber es ist toll, dass sich der Fachverein dazu meldet. Das Thema liegt offensichtlich in der Luft. Dabei hätten wir den Fachverein sowieso noch gefragt.
Wann denn?
Anfang Januar startet eine breite Vernehmlassung dazu. Daran teilnehmen können die Kirchenleitungen, Pfarrvereine, Pfarrkapitel, Fakultäten und eben die Fachvereine.
Die Angst vor der Schnellbleiche ist unbegründet?
Wie gesagt, es gibt noch keinen Entwurf. Was aber jetzt schon klar ist: Für das Quereinsteiger-Studium braucht man einen akademischen Hintergrund, damit auch bei den Kollegen mit «klassischem Studium» akzeptiert ist. Falls aber die Konkordatskonferenz im Juni findet, es sei tatsächlich eine Schnellbleiche, kann sie immer noch nein sagen.