Wegen WEF: Reformierte Kirche hinter Gittern

Die reformierte Kirche St. Theodul in Davos ist wegen des Weltwirtschaftsforums WEF aus Sicherheitsgründen nicht mehr öffentlich zugänglich. Sie befindet sich hinter Schutzgittern und kann nur noch für Beerdigungen genutzt werden.


Die Kirche St. Theodul befindet sich innerhalb der Sicherheitszone rund um das Hotel Seehof, wie NZZ Online am 22. Januar berichtete. Es werde befürchtet, Attentäter könnten vom Kirchturm aus auf Hotelgäste schiessen, darunter Staatsoberhäupter und Regierungschefs.

Pfarrer Stefan Hügli sagte der NZZ, in der Kirchgemeinde Davos Dorf/Laret sei über die Schliessung der Kirche während des WEF kontrovers diskutiert worden. Schliesslich habe sich die Kirchgemeinde aber zur Kooperation mit den Sicherheitskräften durchgerungen. Das Risiko, bei einem Anschlag die Verantwortung übernehmen zu müssen, habe niemand eingehen wollen.

Der Kirchgemeindepräsident hat deshalb Anfang dieser Woche die Schlüssel der Kirche an die Kantonspolizei Graubünden übergeben. Bedingung sei gewesen, dass Beerdigungen auch zu Zeiten des WEF durchgeführt werden können. Das sei nun wirklich nicht planbar, «und das Sterben lassen wir uns nicht verbieten», so Pfarrer Hügli gegenüber der NZZ. Die Sicherheitskontrollen während Beerdigungen und Gottesdiensten würden vom Kirchgemeindepräsidenten persönlich vorgenommen.