Was alles auf die Wartburg zieht

Christian Schenk ist Historiker und Journalist bei der Zürcher Landeskirche. Vom 2. bis zum 10. Januar eilt er mit 20 Pfarrerinnen, Theologen und kirchlichen Verantwortungsträgern quer durch Deutschland – zu allen Hotspots der Reformation. Für ref.ch bloggt er von der Reise. Heute: 6. Januar.


Auf der Wartburg werden im Durchschnitt täglich 4000 Besucherinnen und Besucher durch das Schloss geführt, das versichert uns zumindest der örtliche Reiseführer. Das sind knapp 1,5 Millionen Menschen jährlich, die alle am Schluss des Rundgangs auch die kleine Stube bestaunen, in der Luther sich während 10 Monaten als Geächteter verstecken durfte und dort schon fast beängstigend fleissig schrieb und übersetzte.

Die Wartburg also ein Hotspot des Reformationstourismus der Sonderklasse? Und Luther das kräftigste Magnet? Schon. Aber Luther schafft es nun doch nicht ganz allein, dass die Menschen seit Jahren in Scharen zur Burg oberhalb von Eisenach strömen.

Da helfen noch andere kräftig mit: die heilige Elisabeth von Thüringen, die hier gelebt hat und überkonfessionell eine grosse Fangemeinde hat, die Freunde romanischer Wehrarchitektur, die Liebhaber der Mittelalter- und Ritter-Romantik, Hochzeitsgesellschaften mit ihren Hoffotografen und all die Musikliebhaber, die nach dem Besuch im Haus von Johann Sebastian Bach in Eisenach kurz hochsteigen  zur Postkartenburg über dem Thüringer Wald.

Und ja: mit uns nun halt auch eine Gruppe Zürcher Lehrlinge in Sachen Reformations-Jubiläums-Marketing.

Hintergrund der Reise 

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