Deutschland
AfD gewinnt Landtagswahl in Sachsen-Anhalt deutlich
Die vom Verfassungsschutz in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD kommt nach Hochrechnungen von ARD und ZDF auf rund 44 Prozent der Stimmen. Damit hat sie ihr Ergebnis von 2021 mehr als verdoppelt. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze fällt auf rund 18,5 Prozent zurück und erzielt voraussichtlich ihr schlechtestes Resultat bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
Die Linke erreicht gut 9 Prozent, die Grünen knapp 9 Prozent und die SPD etwas mehr als 8 Prozent. Die FDP verpasst mit gut 2 Prozent den Wiedereinzug in den Landtag. Ob das Bündnis Sahra Wagenknecht die Fünf-Prozent-Hürde schafft, war am Wahlabend noch offen.
Eine absolute Mehrheit verpasst die AfD den Hochrechnungen zufolge knapp. Da alle übrigen Parteien eine Koalition mit ihr ausschliessen, dürfte die Regierungsbildung schwierig werden. Eine CDU-geführte Minderheitsregierung wäre möglicherweise auf Stimmen der Linken angewiesen. Die CDU lehnt laut Parteitagsbeschluss jedoch eine Zusammenarbeit sowohl mit der AfD als auch mit der Linken ab.
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund sprach von einem historischen Ergebnis. Parteichefin Alice Weidel sieht einen «klaren Regierungsauftrag». CDU-Ministerpräsident Sven Schulze bezeichnete das Abschneiden seiner Partei dagegen als Niederlage.
Das Ergebnis dürfte auch bundespolitische Folgen haben. In zwei Wochen finden mit Mecklenburg-Vorpommern und Berlin zwei weitere Landtagswahlen statt. Damit wächst der Druck auf Bundeskanzler Friedrich Merz und die schwarz-rote Bundesregierung. (sda/ hz)