Atomkraft
Bericht: Iran hat auffallend viel Uran angereichert
Die iranische Produktion an beinahe waffentauglichem Uran hat sich während der Atomverhandlungen zwischen dem Iran und den USA stark erhöht. Laut einem Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien verfügt Teheran nun bereits über fast 409 Kilogramm an Uran mit einem Reinheitsgrad von 60 Prozent. Seit dem letzten Quartalsbericht der IAEA ist die Menge demnach um rund 49 Prozent gestiegen.
Etwa 42 Kilogramm angereichertes Uran würden für eine Atomwaffe ausreichen, falls dieses noch ein wenig höher auf 90 Prozent angereichert würde, heisst es in diplomatischen Kreisen. Natürliches, in Mineralien vorkommendes Uran eignet sich nicht für den Einsatz in Kernreaktoren oder Atomwaffen. Zuerst muss man künstlich den Anteil eines bestimmten Isotops im Uran wesentlich erhöhen. Diesen Vorgang nennt man «anreichern».
In einem zweiten Bericht zur mangelnden Kooperation Teherans mit der Atombehörde stellte IAEA-Chef Rafael Grossi fest, dass die Islamische Republik in der Vergangenheit nukleare Aktivitäten und Materialien an drei Einrichtungen vor der IAEA verborgen hatte. Die Untersuchungen seien behindert, mögliche Spuren beseitigt und Fragen nicht oder unglaubwürdig beantwortet worden, hiess es. Grossi äusserte sich deutlicher als sonst.
Seit April verhandeln die USA mit dem Iran. Die USA wollen das iranische Atomprogramm stark beschneiden, weil sie wie auch andere Staaten befürchten, die Islamische Republik könnte Atomwaffen bauen. Teheran dementiert das und pocht auf das Recht, Kernenergie friedlich zu nutzen.
US-Präsident Trump war in seiner ersten Amtszeit 2018 einseitig aus dem Wiener Atompakt ausgestiegen, der Irans Nuklearprogramm einschränken und im Gegenzug Sanktionen aufheben sollte. Danach hielt sich auch Teheran nicht mehr an das Abkommen. (sda/ dst)