Vorstandsmitglieder des Islamischen Zentralrates angeklagt

Die Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen drei Vorstandsmitglieder des Islamischen Zentralrates (IZRS). Darunter ist auch der Präsident der Organisation, Nicolas Blancho.


Hat der Islamische Zentralrat Schweiz, kurz IZRS, Verbindungen zur dschihadistischen Szene? Diese Frage wurde in der Vergangenheit schon mehrfach diskutiert. Nachgewiesen werden konnte bisher nichts, doch nun scheint sich der Verdacht zu konkretisieren: Wie die Bundesanwaltschaft am Donnerstag, 21. September, mitteilte, erhebt sie Anklage gegen drei Vorstandsmitglieder des Vereins. Sie sollen gegen das Bundesgesetz über das Verbot der Gruppierungen Al Kaida und Islamischer Staat sowie verwandter Organisationen verstossen haben.

Im Fokus stehen laut der Mitteilung die zwei Vorsteher der Departemente für Kulturproduktion sowie für Public Relations und Information. Während ersterer in Syrien Filmaufnahmen mit einem hochrangigen Mitglied von Al Kaida hergestellt haben soll, wird zweiterem vorgeworfen, der propagandistischen Verwendung dieser Aufnahmen zugestimmt zu haben. Alle drei Beschuldigten – neben den beiden Departementsvorstehern gehört auch der Präsident der Organisation, Nicolas Blancho, dazu – sollen die Videos zudem aktiv beworben haben.

Die Bundesanwaltschaft sieht es als erwiesen an, dass Al Kaida dadurch «in ihrer Anziehungskraft gegenüber bestehenden und potentiellen Mitgliedern respektive Unterstützern weltweit gestärkt» wurde. Damit seien die kriminellen Aktivitäten der Organisation gefördert worden.

Für alle drei Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung. (vbu)