Vitus Huonder ist nicht mehr Bischof von Chur

Papst Franziskus hat den 73-jährigen Oberwalliser Peter Bürcher zum Apostolischen Administrator in Chur ernannt. Damit entschied er sich für eine Interimslösung, nachdem Vitus Huonder am Ostersonntag hätte abtreten sollen.


Der Papst hat den Amtsverzicht des 77-jährigen Vitus Huonder angenommen. Bis dessen Nachfolge geregelt ist, übernimmt einstweilen Peter Bürcher, emeritierter Bischof von Reykjavik (Island), die Churer Bistumsleitung. Dies teilte das Bistum am 20. Mai mit.

Bürcher werde als Apostolischer Administrator in einer ersten Phase interne Gespräche führen, um sich mit dem Bistum vertraut zu machen, schrieb das Bistum weiter. Spätestens in der ersten Juni-Woche werde er sich den Medien stellen.

Peter Bürcher gab das Bischofsamt in Reykjavik im Oktober 2015 auf. Gesundheitliche Gründe hatten ihn dazu bewogen, Island zu verlassen. Eine starke Lungenentzündung hatte ihn schwer mitgenommen. Er habe mit seinen 73 Jahren nach ein wenig Ruhe gestrebt, doch der Papst habe nun anders entschieden, schreibt Bürcher in einer Botschaft auf der Website des Bistums. Er habe nicht damit gerechnet, doch «nicht ohne Respekt vor der Aufgabe nehme ich den päpstlichen Willen an».

Huonder hat Bischofssitz verlassen

Geboren wurde der zukünftige Apostolische Administrator in Chur am 20. Dezember 1945 in Fiesch im Oberwallis. 1971 erwarb er in Freiburg das Lizentiat in Theologie. Im gleichen Jahr wurde er in Genf zum Priester geweiht. Im März 1994 wurde er zum Bischof ernannt. Bürcher wirkte zunächst als Weihbischof im Bistum Lausanne, Genf und Freiburg, ehe er 2007 den Schritt zum Bischof von Reykjavik machte.

Vitus Huonder verliess den Bischofssitz in Chur am Montag nach knapp zwölf Jahren im Amt. Wie vorgesehen, zieht er sich zurück ins St. gallische Wangs, ins Knabeninstitut «Sancta Maria» der Priesterbruderschaft St. Pius X., wie es beim Bistum auf Anfrage hiess.

Huonder hatte dem Papst bereits 2017 seinen Rücktritt angeboten. Der Vatikan bat ihn allerdings, noch zwei Jahre zu bleiben. Diese beiden Jahre endeten am Ostersonntag 2019. Tags darauf teilte das Bistum mit, der Bischof und die Bistumsleitung blieben im Amt, bis Huonders Nachfolge geregelt sei. Nun kommt es also zu einer Interimslösung. (sda/vbu)