Vevey: Stadt übernimmt Zinsen für muslimisches Darlehen

Der Gemeinderat von Vevey will der islamischen Stiftung der Region bei der Renovation ihrer Moschee finanziell helfen. Die Stadt will für die Zinsen des Darlehens aufkommen, das die Muslime für die Arbeiten aufnehmen wollen. Zinse sind im Islam verboten.

Sicht auf Vevey und Montreux.
(Bild Wikimedia/Mirador Kempinski)

Der Gemeinderat nahm am 19. Juni den Antrag mit 43 gegen 35 Stimmen an, schreibt die Zeitung «24Heures». Die «Fondation islamique de la Riviera-Pays-d’Enhaut» will vor allem die Heizung und Belüftung der Moschee erneuern. Diese wurde vor fünf Jahren für die rund 5‘000 Muslime der Region in einer ehemaligen Garage eingerichtet.

Für die Renovationsarbeiten will die Stiftung ein Darlehen in der Höhe von 1,7 Millionen Franken aufnehmen. Im Islam gelten aber für Finanzgeschäfte eine Reihe von Einschränkungen. Die wichtigste ist das allgemeine Zinsverbot, Riba genannt. Die Gemeinde Vevey springt nun für die veranschlagten Zinse in der Höhe von durchschnittlich 18‘000 Franken pro Jahr ein. Die Laufdauer beträgt 17 Jahre. Die Muslime kommen für die Rückzahlung des Darlehens auf.