USR III-Gegner Res Peter: «Die Kirchen wurden gehört»

Nach dem deutlichen Nein zur Unternehmenssteuerreform III ist Pfarrer Res Peter überglücklich. Er hat sich stark für deren Ablehnung engagiert. Aufatmen und sich auf die faule Haut legen dürfen sich die Kirchenmitglieder laut Peter nun aber nicht.

Pfarrer Res Peter freut sich über die Ablehnung der Unternehmensteuerreform III. (Bild: zvg)

Herr Peter, wie viele Hallelujahs haben Sie heute schon gegen den Himmel geschickt?

Unzählige! (lacht) Zuerst am Morgen einige Stossgebete, nach den ersten Ergebnisse dann die Hallelujahs. Und ich bekam auch schon viele zurück. Es haben mir schon einige gratuliert.

 

Die Unternehmenssteuerreform III wurde deutlich abgelehnt. Welche Gründen führten zu diesem Ergebnis und welche Rolle spielten die Kirchen dabei?

Wir konnten glaubhaft darlegen, dass die Kirchen bei einer Annahme der Reform massive Probleme bekommen hätten. Zudem stand der soziale Zusammenhalt auf dem Spiel. Zum Glück haben die Drohszenarien der Wirtschaft und insbesondere die populistische Kampagne des Gewerbeverbandes nicht gefruchtet. Die Wählerinnen und Wähler haben nicht daran geglaubt, dass die USR III etliche Firmen in die Schweiz lockt.

 

«Im Kanton Zürich gingen bei der Ausarbeitung der Reform die Kirchen völlig vergessen. Das hat die Leute wütend gemacht.»

 

Sie haben sich sehr offensiv und öffentlich gegen die USR III eingesetzt. Welche Reaktionen habe Sie im Laufe der Kampagne bekommen?

Die meisten Reaktionen waren positiv. Es gab kaum richtig wütende Stimmen, die mich angegriffen haben. Klar bekam ich die eine oder andere Mail oder den einen oder anderen Brief, in dem mein Engagement kritisiert wurde. Aber das hielt sich sehr in Grenzen.

 

Können die Kirchen nun aufatmen?

Nein, denn es wird sowieso eine nächste Reform geben. Das Gute aber ist, dass die Kirchen gehört wurden. Wir gingen ja bei der Ausarbeitung der Reform zumindest im Kanton Zürich völlig vergessen. Das hat viele Leute wütend gemacht.

 

Nach der Abstimmung ist bekanntlich vor der Abstimmung. Was gilt es nun aus der Sicht der Kirchen zu tun?

Wir müssen den Parlamentariern aufzeigen, dass eine gerechte Wirtschaft möglich ist, die dem Gemeinwohl dient. Und dass unsere Postion keineswegs wirtschaftsfeindlich ist. Auch bei der Konzernverantworungs-Initiative muss sich die Kirche aktiv engagieren. Wir können in der Schweiz eine Wirtschaft haben, die sozial und gleichzeitig international konkurrenzfähig ist.