Vereinigte Staaten

Millionen protestieren gegen «König Trump»

In den USA erhebt sich die Zivilgesellschaft gegen die Trump-Regierung. Der Präsident reagiert mit mehreren KI-generierten Videos.

Rund sieben Millionen Menschen haben am Samstag nach Angaben der Veranstalter in den USA gegen Präsident Donald Trump demonstriert. Es gab demnach mehr als 2'700 Kundgebungen in allen 50 US-Bundesstaaten.

Die «No Kings»-Bewegung (keine Könige) verurteilt das ihrer Ansicht nach zunehmend autoritäre Vorgehen des US-Präsidenten, besonders Massenabschiebungen, das Entsenden der Nationalgarde in Städte, die Präsenz maskierter Sicherheitsbeamter in den Strassen und die Einschüchterung Andersdenkender.

«Keine Diktatoren»

Allein in New York nahmen mehr als 100'000 Menschen an friedlichen Kundgebungen gegen Trump teil, wie die Polizei auf X mitteilte. Es dürfte eine der grössten Protestaktionen der US-Geschichte gewesen sein. Die Auseinandersetzung um Trumps Umgang mit Rechtsstaatlichkeit steht im Zentrum der politischen Konflikte in den USA.

Auf Plakaten der Demonstrationsteilnehmer standen Parolen wie «Veteranen haben für Freiheit gekämpft, nicht Faschismus», «Keine Diktatoren», «Wir, das Volk, sind nicht der Feind» oder «Wer einen Clown wählt, kriegt einen Zirkus». Fernsehbilder zeigten Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Alters, darunter Familien mit Kindern.

Theologe Cornel West, 2024 ebenfalls als Präsidentschaftskandidat angetreten, forderte in der Advent Lutheran Church die «lauwarme Gesellschaft» zum Protest auf, berichtet die «Zeit». Gleichgültigkeit sei das schlimmste Übel, sagte er an einer Veranstaltung mit dem Motto: «Trump must go now!»

Die Mitbegründerin der Demokratieorganisation «Indivisibe», Leah Greenberg, sagte in Washington, «normale Menschen» verstünden, dass die Rettung der Demokratie nicht den Politikern überlassen werden dürfe. Man dürfe nicht «vorbeugend gehorchen». Es sei durch und durch amerikanisch, dass die Gesellschaft sich erhebe, wenn ein Tyrann droht.

In Kansas City im US-Staat Missouri warnte ein Sprecher des Bürgerrechtsverbands NAACP, Pastor Rodney Williams, Amerika stecke in einer moralischen Krise. Menschen des Glaubens müssten sich erheben. Der Senator und ehemalige Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders kritisierte Vorwürfe republikanischer Politiker, dass die Bewegung gegen Trump Amerika hasse. «Millionen sind gekommen, weil wir Amerika lieben», sagte Sanders.

Wie CNN berichtete, wurden die Demonstranten von Republikanern beschimpft. Im Kern der Demokratischen Partei stünden «Hamas-Terroristen, illegale Einwanderer und gewalttätige Kriminelle», sagte die Pressesprecherin des Weissen Hauses, Karoline Leavitt, laut CNN. Die Kundgebungen verliefen Medienberichten zufolge friedlich.

Pilot Trump wirft Fäkalien ab

Trump selbst sagte dem Sender Fox News: «Ich bin kein König.» Im Laufe des Samstags entschied sich der Präsident aber offenbar für einen Perspektivwechsel: Mit mehreren geposteten künstlich generierten Videos machte er deutlich, wie wenig er auf die gegen seine Politik vorgebrachte Kritik gibt.

Ein in seinem Online-Sprachrohr Truth Social veröffentlichter Clip stellte ihn als Piloten eines Kampfjets dar, welcher die Aufschrift «King Trump» trägt. Mit dem Flieger wirft er braunen, an Fäkalien erinnernden Schlamm über Demonstranten ab. In einem weiterem ebenfalls KI-erzeugten Clip, den sein Vize JD Vance auf der Plattform Bluesky zuvor veröffentlicht hatte, gebärdet Trump sich vollends als König: In dem Schwarzweiss-Clip legt er sich selbst mit Krone, Mantel und Schwert die Insignien monarchischer Macht zu. Dann knien die Umstehenden nieder – zuvorderst seine politische Erzfeindin Nancy Pelosi, die demokratische frühere Vorsitzende des Repräsentantenhauses. Trump selbst teilte das Video ebenfalls über Truth Social.

Die nächste Grossdemonstration gegen Trump wird am 5. November stattfinden. Am Jahrestag seiner Wiederwahl sollen sich Millionen in der Hauptstadt Washington D.C. zum Protest einfinden. (epd/sda/ gab)

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