Hinrichtung nach Rechtsstreit um Seelsorge vollzogen
Am Mittwoch ist John Ramirez im Gefängnis von Huntsville im US-Bundesstaat Texas wenige Minuten nach der Giftinjektion und im Beisein seines Seelsorgers gestorben. Ramirez hatte im Jahr 2004 bei einem Raubüberfall einen Mann mit mehr als 20 Messerstichen umgebracht.
Laut Medienbeobachtern im Hinrichtungsgefängnis war Baptistenpastor Dana Moore bei der Exekution zugegen. Der Nachrichtensender CNN berichtete, er habe laut beten und Ramirez die Hände auflegen dürfen.
Die Exekution erfolgte nach einem Rechtsstreit um die spirituelle Betreuung bei der Hinrichtung. Im September 2021 hatte das Oberste Gericht die Hinrichtung des Verurteilten wegen einer Klage von Ramirez ausgesetzt. Der Verurteilte protestierte gegen das damalige Hinrichtungsverfahren. Gemäss diesem war es dem Pastor nicht erlaubt, laut für den Verurteilten zu beten und ihm die Hand aufzulegen.
Das verstosse gegen das verfassungsmässige Recht zum Ausüben seiner Religion, argumentierte der zum Tode Verurteilte. Bei den Baptisten gehöre Berühren zum Segnen und zum gemeinsamen Gebet. Das Oberste Gericht gab Ramirez im vergangenen März mit acht Stimmen zu einer Stimme recht. Daraufhin revidierte Texas das Hinrichtungsprotokoll. Im Jahr 2022 sind in den USA bislang elf Menschen hingerichtet worden. (epd/pef)