Universität Freiburg informiert Politik über geplantes Islam-Zentrum

Über das an der Universität Freiburg geplante «Schweizerische Zentrum für Islam und Gesellschaft» hat das Universitätsrektorat am Donnerstag, 9. Oktober, eine Informationsveranstaltung für Kantonsparlamentarier durchgeführt. Dies, weil sich eine Mehrheit des Grossen Rates deutlich gegen das geplante Zentrum ausgesprochen hatte.

Die Universität Freiburg.
Die Universität Freiburg. Bild: Wikimedia

Es hätten «gewisse Ängste weggewischt werden können», wenn die zahlreichen Informationen über das geplante Zentrum im Vorfeld der Abstimmung im Kantonsparlament hätten kommuniziert werden können, sagte Grossratspräsidentin Katharina Thalmann (SVP) gegenüber den «Freiburger Nachrichten» vom 10. Oktober. Die Abstimmung im Grossen Rat wäre dann, so vermutet Thalmann, anders herausgekommen.

Emotionale Debatte im Grossen Rat

Mit 52 gegen 38 Stimmen hatte sich am 10. September eine Mehrheit des Freiburger Kantonsparlaments, bestehend aus Grossräten vor allem der SVP, aber auch der CVP und der FDP, nach einer sehr emotionalen Debatte deutlich gegen das geplante Zentrum ausgesprochen. Trotzdem kam der Auftrag an die Regierung, sich bei der Universität für einen Verzicht auf das Zentrum einzusetzen, nicht zustande, weil das erforderliche qualifizierte Mehr im Grossen Rat nicht erreicht worden war.

SVP will mit Initiative das Zentrum verhindern

Über Sinn und Zweck des geplanten Zentrums wurden die Grossräte von Universitätsrektor Guido Vergauwen, Staatssekretär Mauro Dell’Ambrogio, Kirchenrechtler René Pahud de Mortanges sowie Islamwissenschaftler Reinhard Schulze informiert. Rektor Vergauwen räumte gegenüber der Zeitung ein, dass man nach diesem Gespräch mit den Grossräten die brennenden Fragen rund um das geplante Zentrum besser erkenne. Die SVP hatte im September angekündigt, dass sie im Dezember oder Januar eine Volksinitiative lancieren wolle, um das «Schweizerische Zentrum für Islam und Gesellschaft» zu verhindern. (kipa)