Uni Basel: Mennonit wird Professor für Neues Testament

Der Mennonit Moisés Mayordomo wird neuer Professor für Neues Testament an der reformierten Theologischen Fakultät der Universität Basel. Der 47-Jährige tritt auf 1. August die Nachfolge von Ekkehard Stegemann an.

Moises Mayordomo, Professor für Neues Testament an der Uni Basel.

Mayordomo ist weder Frau noch klassisch reformierter Schweizer: Er ist in Spanien geboren und in Deutschland aufgewachsen, er hat an den Universitäten in Giessen, London, Heidelberg und Bern Theologie studiert, heisst es in der Mitteilung der Universität Basel vom 6. Juni. Im August letzten Jahres war am Berufungsverfahren Kritik laut geworden: Lukas Kundert, Titularprofessor für Neues Testament, hatte damals den Eindruck gewonnen, Frauen und reformierte Schweizer hätten schlechte Karten gehabt. Das Berufungsverfahren wurde daraufhin neu beurteilt. Im März berichtete die «Basler Zeitung» von einer neuen Viererliste, auf welcher auch der Basler Peter Wick von der Universität Bochum und die im dänischen Aarhus lehrende Eve-Marie Becker figurierten. Mayordomo stand auf jener Liste laut Zeitung auf Platz eins.

Mayordomos ausgzeichnete Lehre

2006 wurde Mayordomo an der Universität Bern zum Dozenten und 2012 zum assoziierten Professor ernannt. Zu Mayordomos Forschungsschwerpunkten gehören literaturwissenschaftliche Modelle und Evangelienforschung, paulinische Argumentation sowie Fragen zu Gewalt- und Gewaltüberwindung im frühen Christentum. Für sein Engagement in der Lehre erhielt Mayordomo 2013 den «Credit Suisse Award for Best Teaching».