Die Legalisierung des Alterssuizids stosse in der Schweizer Bevölkerung auf breite Akzeptanz, wie «reformiert.» am 25. September mitteilte. Laut einer repräsentativen Umfrage, die im Auftrag der Zeitung durchgeführt wurde, beurteilen 68 Prozent der Befragten die Möglichkeit zum erleichterten Alterssuizid als «eher gut» oder «sehr gut».
Besonders hoch sei die Zustimmung in der ältesten befragten Gruppe (zwischen 55 und 74 Jahren). Die Ergebnisse basieren auf einer telefonischen Befragung von 1004 Personen in der deutsch- und französischsprachigen Schweiz im August 2014. Die Sterbehilfeorganisation Exit hatte im Mai beschlossen, sich für eine Ausweitung der Sterbehilfe zu engagieren. Nicht nur unheilbar kranke oder schwer leidende Menschen sollen Zugang zum Sterbemittel erhalten, sondern auch alte, lebenssatte Menschen.
Selbstbestimmung bis am Ende
Hintergrund der breiten Unterstützung, welche die Möglichkeit zum Alterssuizid erhält, sei das Argument der Selbstbestimmung: «77 Prozent der Befragten hätten dem Grundsatz eher oder sehr zugestimmt, dass Menschen für sich selbst verantwortlich seien und deshalb ihre Eigenverantwortung auch im Sterben wahrnehmen sollen», schreibt «reformiert.».
Der Einfluss religiöser Autoritäten sei demgegenüber gering: 71 Prozent sind der Meinung, dass Religionen den Menschen in Fragen der Sterbehilfe keine Vorschriften machen sollen, nur 27 Prozent halten die Lehre einer Kirche zum Alterssuizid für eher oder sehr wichtig.
Hingegen könnten 63 Prozent der Bevölkerung den Gedanken bejahen, dass Leiden und Bedürftigkeit zur menschlichen Existenz gehören und deshalb leidende Menschen nicht unter gesellschaftlichen Druck geraten dürfen, sich das Leben nehmen zu müssen. Zumindest dieses Argument sei identisch mit dem christlichen Menschenbild, schreibt «reformiert».