Theologische Fakultät Basel: Berufungsverfahren wird überprüft

Nach der öffentlichen Kritik des Titularprofessors Lukas Kundert am Berufungsverfahren an der Theologischen Fakultät der Uni Basel hat nun ein Gespräch zwischen dem Rektor, dem Dekan und Kundert stattgefunden. Das Berufungsverfahren zur Nachbesetzung der Professur im Neuen Testament soll neu beurteilt werden.


Das Gespräch sei für alle Seiten bestmöglich verlaufen, sagte Kundert am 19. August gegenüber der Nachrichtenagentur Kipa. Es sei vereinbart worden, dass der Bericht der Berufungskommission eingefroren wird. Die Frage nach konkreten Terminen und der Ausgestaltung kann er nicht beantworten. «Der Ball liegt jetzt wieder bei der Fakultätsversammlung», so Kundert. Zeitdruck bestehe nicht. Es sei üblich, eine Professur-Vakanz bis zur Neubesetzung durch eine Stellvertretung zu besetzen. Konkret würde ab Dezember ein Ersatz notwendig, da Ekkehard Stegemann dann in Pension geht.

Neu aufgerollt wird das Verfahren nicht. «Ich gehe davon aus, dass die Liste der Bewerber nochmals durchgeschaut wird und aufgrund dessen nochmalige Einladungen zu Bewerbungsvorträgen ausgesprochen würden», sagte Kundert. Wie der Dekan und der Rektor auf die in den vergangenen Tagen laut gewordenen Vorwürfe reagiert hätten, wird indes nicht kommuniziert. «Wir haben uns darauf geeinigt, nur die Resultate des Gesprächs nach aussen zu tragen», sagte Kundert.

Im Januar bereits sollen die vier Präsidien der Nordwestschweizer reformierten Kirchen den Dekan der Theologischen Fakultät aufgesucht und ihm als «dringendes Desiderat» vorgetragen haben, dass der Anteil der Schweizerinnen und Schweizer in der Professorenschaft unbedingt erhöht werden müsste.

Der Dekan der Theologischen Fakultät, Martin Wallraff, hatte vor einigen Tagen den Vorwurf zurückgewiesen, Frauen und Schweizer zu benachteiligen. Das umstrittene Verfahren soll auch an der Sitzung des Kirchenrates zur Sprache kommen. Der Rektor der Universität Basel war auf Anfrage der Kipa am 19. August nicht zu erreichen. Über die weiteren Schritte in dieser Angelegenheit werde die Fakultätsversammlung im Einzelnen entscheiden und entsprechend kommunizieren, so Kundert.