Moltmann wurde in den 60er-Jahren durch seine «Theologie der Hoffnung» bekannt, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde und Theologen weltweit beeinflusst hat. Die Schrift habe eine Wirkungsgeschichte entfaltet, die ihresgleichen sucht, schrieb der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, in einem am Donnerstag in Auszügen veröffentlichten Brief an den Jubilar: «Der Titel dieses Werkes ist zu einem eingeführten Begriff der Theologiegeschichte geworden.»
Seine Studien begann Moltmann, der 1926 in Hamburg geboren wurde, in englischer Kriegsgefangenschaft. Er war Gemeinde- und Studentenpfarrer in Bremen. 1957 wurde er Professor an der kirchlichen Hochschule Wuppertal, 1963 wechselte er nach Bonn. Von 1967 bis zur Emeritierung 1994 lehrte er systematische Theologie und Sozialethik in Tübingen.
Moltmann fühlte sich stets der Ökumene verpflichtet. 20 Jahre lang war er Mitglied der Abteilung «Faith and Order» (Glaube und Kirchenverfassung) des Ökumenischen Rates der Kirchen in Genf. Noch Anfang dieses Jahres reiste er zum Weltkirchenrat, wo er für mehr Engagement der Christen in der Welt warb. Kürzlich erschien eine neunbändige Sonderausgabe der Hauptwerke Moltmanns. (epd)