Theologe Fulbert Steffensky erhält Predigtpreis für Lebenswerk

Fulbert Steffensky (80), evangelischer Religionspädagoge, erhält den ökumenischen Predigtpreis 2013 in der Kategorie Lebenswerk. Das gab der Verlag für die Deutsche Wirtschaft, der den Preis verleiht, am 2. September in Bonn bekannt.


Der konvertierte Theologe habe stets seine Verwurzelung in beiden grossen Kirchen zum Ausdruck gebracht, hiess es zur Begründung. Wie nur wenige habe Steffensky «die Tradition des Christentums, die Geschichte der Bibel und die Lieder der Kirchen neu und in einer poetischen Sprache interpretiert», die Menschen im Herzen berühre.

Die undotierte Auszeichnung wird traditionell am Buss- und Bettag (20. November) in Bonn verliehen. Steffensky wurde 1933 in Rehlingen im Saarland geboren. Er studierte sowohl katholische als auch evangelische Theologie und lebte 13 Jahre lang als Benediktinermönch in der Abtei Maria Laach. Dann trat er in die evangelische Kirche über. 1968 heiratete er die evangelische Theologin Dorothee Sölle (1929-2003).

Mit ihr begründete er in Köln das Politische Nachtgebet, eine Gottesdienstserie, die aktuelle politische Fragen miteinbezog. Von 1975 bis zu seiner Emeritierung 1989 war er Professor für Religionspädagogik in Hamburg. Er lebt heute mit seiner zweiten Frau, der katholischen Schweizer Theologin Li Hangartner, in Luzern.

Der 2000 erstmals vergebene Predigtpreis, der aus einer Bronzeplakette und einer Bibel besteht, soll die Redekunst in den Kirchen fördern. Die Auswahl trifft eine ökumenisch besetzte Jury mit derzeit elf Mitgliedern. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Rhetorik-Professor Walter Jens, der Theologe Jörg Zink, der katholische Erfurter Bischof Joachim Wanke und die ehemalige Hannoversche Landesbischöfin Margot Kässmann.