Tagung zu kirchlichen Online-Trends erprobte neue Formen

Rund 80 Personen informierten sich am 6. September in Zürich an der ökumenischen Tagung «Folge mir» über neue Online-Trends für die Kirchen. Umrahmt von zwei Referaten vermittelten zwölf Stände reichhaltiges Online-Wissen, zum Beispiel über Blogs, Apps, Websites oder Seelsorge.

Referierte in Zürich: Thomas Hutter. (Bild Gion Pfander)

Die ausgebuchte Tagung hatte gemäss den Veranstaltern, den Reformierten Medien und dem Katholischen Mediendienst, einen experimentellen Charakter: Zwei «normale» Referate umrahmten einen «Markt der Möglichkeiten», wo sich die Teilnehmer frei bewegten und sich ungezwungen über spezifische Themen informieren lassen konnten. Diese Anlage liess viel Raum für spontane Diskussionen, aber auch vertiefende Gespräche.

Im ersten, pointierten Referat kritisierte Experte Thomas Hutter kirchliche Facebook-Auftritte als mehrheitlich langweilig und «unsexy». Hutter empfahl den Kirchen, mehr Marketing zu betreiben und zuerst eine Strategie zu entwerfen, bevor man sich für einen Kanal entscheide. Denn der Kanal alleine sei noch kein Inhalt. Und er erinnerte daran, dass die Social Media nicht nur wegen Information, sondern auch wegen Unterhaltung und Selbstdarstellung genutzt würden.

Danach präsentierten Fachleute während gut eineinhalb Stunden an zwölf Ständen ihre Themen, darunter Projekte von Kirchgemeinden, aber auch Wissen zu Social Media, Websites, Blogs, Urheberrecht oder Newsletter. An etlichen Ständen wurde vertieft diskutiert. Vor allem konkrete Projekte von Kirchgemeinden (wie jenes des Offenen St. Jakob in Zürich oder der reformierten Kirchgemeinde Splügen GR) lockten Publikum an.

Schliesslich referierte Daniel Schwarz, Community Manager bei den SBB, über den Einstieg der SBB vor gut einem Jahr ins Social Web. Wenn man sich darauf einlasse, müsse man auch die nötigen Ressourcen bereitstellen, um schnell reagieren zu können, so Schwarz. Gemäss Schwarz versuche das Social Media-Team der SBB, alle Anfragen innerhalb einer Stunde zu beantworten. Schwarz zeigte auch, dass es ohne Humor und Mut schwierig ist, glaubwürdig in der Online-Community herüberzukommen. Und ganz zentral sei, dass Menschen mit «Herzblut» hinter dem Social Media-Angebot stünden.

Zur Tagungswebsite und zur Facebook-Seite der Tagung

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Reformierten Presse vom 13. September.