Die Volksinitiative verlangt, dass Schwangerschaftsabbrüche nicht mehr über die obligatorische Grundversicherung finanziert werden. Uebersax bezeichnete eine Annahme des Begehrens als «Rückschritt ins Altertum». «Die einen Frauen schickt man wieder wie früher zu den Quacksalbern, die anderen lässt man im Dreck sitzen», sagte die Politikerin gegenüber der Zeitung. Die Initiative biete keine Lösungen an, vielmehr führe sie zu einer Scheindiskussion auf dem Buckel der modernen Frau.
Uebersax ist nicht nur Vizepräsidentin der SVP, sondern seit 2012 auch Vizepräsidentin der SVP-Frauen Schweiz. Die 49-jährige dreifache Mutter will Ende November dem Bericht zufolge die SVP-Frauen an einer Plenarversammlung von der Nein-Parole überzeugen. Zudem möchte sie, dass die SVP-Frauen dem Komitee der Initiativgegner beitreten. Dort machen bereits die Frauensektionen von CVP, FDP, SP und Grünen mit.
Das dürfte aber schwierig werden, denn ihre Partei ist stark im Initiativkomitee vertreten. In dem Komitee sitzen drei SVP-Nationalrätinnen. Im Nationalrat hätten zudem mit Nadja Pieren und Céline Amaudruz nur zwei SVP-Frauen gegen die Initiative abgestimmt, schreibt die Zeitung. Die Partei als Ganzes hat sich in der Grossen Kammer schliesslich mehrheitlich für die Initiative ausgesprochen.
Die eidgenössische Volksinitiative «Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache» wurde im Juli 2011 eingereicht. Sie verlangt, dass die obligatorische Grundversicherung nicht mehr für die Kosten eines Schwangerschaftsabbruchs aufkommen soll. Den Initianten geht es darum, dass Prämienzahler, die aus ethischen oder religiösen Gründen Abtreibungen ablehnen, nicht mehr gezwungen werden können, Schwangerschaftsabbrüche mitzufinanzieren. Die Abstimmung findet am 9. Februar statt. Bundesrat, Nationalrat und Ständerat lehnen das Begehren ab.