Sudan
UN-Kommission soll Grausamkeiten im Sudan untersuchen
Der UN-Menschenrechtsrat will die Gräueltaten an der Bevölkerung in und um die Grossstadt Al-Faschir im Sudan untersuchen lassen. Das entschied das höchste UN-Gremium zum Schutz der Menschenrechte mit einer Resolution, die ohne Abstimmung angenommen wurde.
Während einer Sondersitzung verlangte der Rat zudem, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden müssten. Die bestehende UN-Untersuchungskommission des Menschenrechtsrats solle die Beweise und Fakten zusammentragen, die in Strafverfahren genutzt werden können. Deutschland, Großbritannien und andere Staaten hatten die Sondersitzung des 47 Länder umfassenden Menschenrechtsrats beantragt und den Resolutionsentwurf eingebracht.
Al-Faschir war im Oktober nach eineinhalb Jahren Belagerung an die RSF-Miliz («Rapid Support Forces») gefallen. Die Stadt war die letzte Bastion der Armee in der westsudanesischen Region Darfur. Es gibt Berichte über Massaker an der Zivilbevölkerung und andere Verbrechen wie Vergewaltigungen oder Entführungen.
Im Sudan war im April 2023 ein Machtkampf zwischen der Armee und der RSF-Miliz eskaliert. Seitdem sind grosse Teile des Landes von Kämpfen betroffen. Mehr als 21 Millionen Menschen sind laut Daten des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen von Hunger betroffen. Der UN-Menschenrechtsrat hatte die Untersuchungskommission im ersten Jahr des Krieges eingesetzt. (epd/ jow)