Deutschland
Stuttgarter Bibelmuseum vor der Schliessung
Stuttgart ist nicht nur Porsche und Mercedes – die baden-württembergische Metropole gilt auch als «Bibelstadt». Denn dort befindet sich die Deutsche Bibelgesellschaft, das Katholische Bibelwerk und in der Württembergischen Landesbibliothek eine der grössten Bibelsammlungen der Welt.
Hinzu kommt das Bibelmuseum «bibliorama». Die Evangelische Landeskirche in Württemberg betreibt das Museum in Zusammenarbeit mit der Württembergischen Bibelgesellschaft. Es erhielt mehrere Preise, unter anderem für sein partizipatives Konzept.
Es können Psalmen komponiert oder auf einer Laserharfe gespielt werden. Ein Sandkreisel, eine «Unrechtswaage» oder 3000 Bausteine laden ein, selbst aktiv zu werden. Das Museum ist erst 2015 eröffnet worden und feierte im vergangenen Jahr sein zehnjähriges Bestehen. In der rund 350 Quadratmeter grossen Ausstellung begegnen die Besucher 14 biblischen Personen und Martin Luther.
Doch: Die württembergische Landeskirche hat drastische Einsparungen beschlossen. Davon ist auch das «bibliorama» betroffen: Im Herbst 2025 wurde entschieden, das Stuttgarter Bibelmuseum Ende Januar 2026 zu schliessen. Von den bisher 490’000 Euro des jährlichen Bibelmuseums-Etats sollen 350’000 Euro eingespart werden, die restlichen 140’000 Euro seien für anderweitige Bibelarbeit vorgesehen, teilte die Landeskirche mit.
Um das Museum zu retten, haben sich Privatpersonen mit dem Förderverein des Bibelmuseums zusammengeschlossen und die Initiative «bibliorama retten» gestartet. Das Ziel ist, 130’000 Euro an Spenden zu organisieren, damit das Museum mindestens ein weiteres Jahr unter einer anderen Trägerschaft betrieben werden kann.
Die durch das Geld dazugewonnene Zeit wolle man nutzen, um das Bibelmuseum neu organisatorisch aufzustellen und sich um eine nachhaltige Finanzierung zu kümmern. Die Gruppe sei in Gesprächen mit der Landeskirche und hoffe, dass die Kirche das Museum nicht einfach schliesst, sondern es an einen Nachfolger überträgt.
Bisher seien knapp 18'000 Euro an Spenden von Privatpersonen für den Erhalt des Museums zusammengekommen, erklärt «bibliorama retten». Nun sei das nächste Ziel, auf Institutionen wie Firmen und Stiftungen zuzugehen. (epd/ dst)