Sexismus-Vorwurf an Gottfried Locher

Rebecca Angelini von der Zürcher Fachstelle Frauenhandel wirft Kirchenbundspräsident Gottfried Locher Sexismus vor. Dieser sagt in einem neu erschienenen Buch, man müsse den Prostituierten dankbar für ihre Dienste sein.


Im Buch «Gottfried Locher, der <reformierte Bischof> auf dem Prüfstand» von Josef Hochstrasser äussert sich Locher wie folgt: «Befriedigte Männer sind friedlichere Männer, darum sage ich, wir sollten den Prostituierten dankbar sein. Sie tragen auf ihre Art zum Frieden bei.» ref.ch hat das Buch bereits besprochen, auch die erwähnten Passagen.

Die Sprecherin der Zürcher Fachstelle Frauenhandel, Rebecca Angelini, hat Locher nun in der «NZZ am Sonntag» Sexismus vorgeworfen: Locher sehe Frauen vor allem als Ventil für die männliche Lust.

In einem Interview in «20 Minuten» vom 10. November weist Locher diese Vorwürfe von sich: «Frauen und Männer dienen einander gleichwertig. Lust ist für beide da.» Prostitution sei nichts Gutes, sondern eine Tatsache, bei der viel Leid über die Frauen komme. Sie zu verbieten sei aber keine Lösung.

Besprechung des Buches auf ref.ch

Interview mit Gottfried Locher («20 Minuten»)