Schweizer Juden und Muslime rücken enger zusammen

Wegen des Gaza-Kriegs in diesem Sommer haben in der Schweiz jüdische und muslimische Dachverbände eine gemeinsame Erklärung verabschiedet. Darin stellen sie sich gegen Gewalt in jeder Form und rufen zu Frieden und einem Ende des Nahost-Konflikts auf.

Eine Mondsichel auf einer Moschee und eine Menora.
(Bild: Wikipedia Marcin n® ☼/Dcubillas)

An ihre jüdischen und muslimischen Glaubensbrüder appellieren sie, «Konflikte im Ausland nicht zu uns hinein zu lassen», sondern stattdessen Friedensbotschaften in die Welt hinauszutragen, wie sie in ihrer Mitteilung vom Montag schreiben. «Es gibt mehr Themen, die uns verbinden, als solche, die uns trennen.»

Die Erklärung unterzeichnet haben der Schweizerische Israelitische Gemeindebund, die Plattform der liberalen Juden der Schweiz, die Föderation Islamischer Dachorganisationen in der Schweiz und die Koordination Islamischer Organisationen Schweiz.

Es gebe zwar «keinen Zweifel», dass Muslime und Juden «unterschiedliche Ansichten haben über den israelisch-palästinensischen Konflikt». «Wir, Juden und Muslime in der Schweiz, anerkennen, dass unsere Gemeinschaften über die Ursprünge, die aktuellen Gründe und die möglichen Lösungen unterschiedlicher Auffassung sind», schreiben sie.

Inakzeptabler Missbrauch

Doch stimmten sie darin überein, dass der Tod von Zivilisten sie traurig stimme. Zudem sei der Missbrauch von Zivilisten und zivilen Einrichtungen «inakzeptabel» und widerspreche ihren religiösen Auffassungen. Man wolle gemeinsam zu einem baldigen Ende des Konflikts aufrufen und zu einem dauerhaften Frieden, «der für alle gilt».

Die jüdischen und muslimischen Organisationen unterstrichen, dass jeder das Recht habe, seine politische Meinung zu äussern, allerdings sei dies keine Entschuldigungen für Rassismus, Antisemitismus, Gewalt und andere Formen der Einschüchterung. Juden-, Muslimfeindlichkeit und Rassismus verurteilten sie scharf in ihrer Erklärung. (sda)