Schlosskirche Wittenberg nach Renovation wiedereröffnet

Mit einem Festgottesdienst in Anwesenheit von Bundespräsident Joachim Gauck und der dänischen Königin Margrethe II. ist am Sonntag die Wittenberger Schlosskirche nach mehrjährigen Sanierungsarbeiten wiedereröffnet worden.

Schon einmal - am am 31. Oktober 1517 - braute sich über der Schlosskirche Wittenberg ein Gewitter zusammen.
Am 31. Oktober 1517 braute sich über der Schlosskirche Wittenberg ein Gewitter zusammen. (Bild: Wikimedia)

Damit erstrahlt das weltbekannte Gotteshaus vor dem Start in das Festjahr zu 500 Jahren Reformation in neuem Glanz. Die vierjährige Sanierung der 1503 eingeweihten Schlosskirche kostete rund 7,8 Millionen Euro. Daran beteiligt waren das Land Sachsen-Anhalt, der Bund und private Spender.

An einer Tür der Kirche soll Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 kirchenkritischen Thesen angeschlagen haben. Zur Wiedereröffnung am Sonntag waren unter anderen Bundespräsident Joachim Gauck und die dänische Königin Margrethe II. in die Lutherstadt gekommen. Die Thesentür der Schlosskirche erinnere «an das unscheinbare Ereignis einer akademischen Disputation, das Weltgeschichte ausgelöst hat». sagte der Bundespräsident.

Ein königlicher Altarbehang zur Neueröffnung

Die Königin von Dänemark hatte als Geschenk zur Wiedereröffnung der Kirche einen roten Altarbehang gefertigt, der im Gottesdienst erstmals öffentlich präsentiert wurde. Zwischen der dänischen Königsfamilie und Wittenberg gibt es seit der Reformation gute Beziehungen.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, zeigte sich ebenfalls erfreut darüber, «dass die Schlosskirche wieder in neuem Glanz erstrahlt».

Luther hatte einer unbestätigten Überlieferung zufolge seine Thesen unter anderem gegen den kirchlichen Ablasshandel an die Tür angeschlagen, um sie zur Diskussion zu stellen. Dieses Ereignis gilt heute als zentraler Ausgangspunkt der weltweiten Reformationsbewegung. (sda)