Russland fordert Finanzkontrolle von religiösen Organisationen

Russlands Regierung hat einen Gesetzesentwurf zur Kontrolle der Geldquellen von Glaubensgemeinschaften auf den Weg gebracht.

Sollte das neue Gesetz in Kraft treten, wird auch die Katholische Kirche in Russland ihre Bücher gegenüber dem Staat offenlegen müssen. Im Bild: Katholische Kirche der Stadt Marx in der russischen Oblast Saratow. (Bild: rartat/Wikimedia)

Wie die Nachrichtenagentur Interfax am 14. April meldet, nahm ein Kabinettsausschuss den Entwurf des Justizministeriums an, wonach religiöse Organisationen künftig dem Ministerium Rechenschaft über ihre Finanzen ablegen sollen. Damit solle «Extremismus» unterbunden werden. Besonders kontrollieren will die Regierung demnach Einkünfte aus dem Ausland.

Nach den NGOs nun die religiösen Organisationen

Im November hatten Vertreter von christlichen Kirchen, Islam und Judentum die Gesetzesinitiative kritisiert. Sie verlangten, dass ihre Unabhängigkeit vom Staat gewahrt bleibe. Der aktuelle Gesetzesentwurf erinnert an ein 2012 verabschiedetes Gesetz, das Nichtregierungsorganisationen, die aus dem Ausland Geld erhalten und in Russland politisch aktiv sind, als «ausländische Agenten» bezeichnet.  (kath.ch)