Migration

Rettungsschiff in Italien festgesetzt

Die «Ocean Viking» muss auf unbestimmte Zeit in einem italienischen Hafen bleiben. Die Behörden machen technische und administrative Mängel geltend.

Zwangspause für die «Ocean Viking»: Das Seenotrettungsschiff wurde nach einer Kontrolle durch die italienische Küstenwache blockiert. Das Schiff der Hilfsorganisation «SOS Mediterranée» darf den Hafen von Civitavecchia in der Nähe Roms auf unbestimmte Zeit nicht verlassen, wie «SOS Mediterranée» mitteilt.

Laut der Hilfsorganisation fanden die Behörden in stundenlanger Kontrolle einige technische und administrative Mängel. Mit Verweis auf die Anforderungen des «Internationalen Übereinkommens zum Schutz des menschlichen Lebens auf See» hätten sie dem Schiff eine Weiterfahrt verwehrt.

«SOS Mediterranée» kritisiert den Entscheid, weil das Schiff in den vergangenen vier Jahren regelmässig vor allem in Italien kontrolliert worden sei und keine Beanstandungen erlebt habe. Verschiedene Zertifizierungsstellen sowie der Reeder müssen laut der Hilforganisation involviert werden, um die Festsetzung der «Ocean Viking» rückgängig zu machen.

Allgemein gegen die Behinderung der Seenotrettung auf dem Mittelmeer haben «Ärzte ohne Grenzen», «SOS Humanity» und weitere Hilfsorganisationen Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht. Sie werfen Italien vor, nicht im Einklang mit EU-Recht zu handeln. Seit Anfang Jahr seien fünf Schiffe jeweils für 20 Tage festgesetzt und mit Geldstrafen belegt worden.

«SOS Mediterranée» bemüht sich nach eigenen Angaben um ein schnelles Ende der Festsetzung, angesichts der hohen Opferzahlen auf der zentralen Mittelmeerroute in diesem Jahr (ref.ch berichtete).

«SOS Mediterranée» ist eine gemeinnützige Organisation zur Rettung von Menschen in Seenot mit Sitz in Frankreich, Deutschland, Italien und der Schweiz. Sie finanziert sich hauptsächlich durch Spenden. (dst)