Der Reformierte Stadtverband durfte an seiner Sitzung vom 28. Juni einen überraschend deutlichen Ertragsüberschuss präsentieren: Bei einem Aufwand von 80,9 Millionen Franken resultierte ein Plus von 8,1 Millionen Franken. Dies obwohl im Budget noch ein Minus von 2,6 Millionen Franken vorgesehen war. Einsparungen, höhere Steuereinnahmen sowie ein Rückgang bei Investitionen und Abschreibungen hätten die Differenz ausgemacht, heisst es in einer Mitteilung.
Personalfragen sollen bald geklärt werden
Nebst der Jahresrechnung standen Personalfragen auf der Traktandenliste. Mehrere Delegierte zeigten sich besorgt darüber, wie auf dem Weg zum Zusammenschluss der 34 Stadtzürcher Kirchgemeinden mit den bestehenden Arbeitsverträgen verfahren wird. Insbesondere bei den befristeten Verträgen gebe es noch offene Fragen. Diese sollen nun bis Ende März 2018 geklärt werden.
Stadtverband als Hotelbetreiber
Zu Diskussionen führte auch die Unterstützung der Stiftung Zentrum Randolins. Diese wurde 2012 vom Reformierten Stadtverband mitgegründet und betreibt eine Hotelanlage oberhalb von St. Moritz, wo sich früher ein Zentrum für Konfirmandenreisen und Gemeindeferien befand. Trotz kleinem Gewinn sind für den langfristigen Betrieb weitere Investitionen nötig. Unter den Delegierten blieb umstritten, ob die Unterstützung eines Hotelbetriebs im Engadin zu den Aufgaben des Stadtverbands zählt. Am Ende einigte man sich auf einen Kompromiss: Zwar soll die Stiftung ein Darlehen von 2,2 Millionen Franken, aber kein Eigenkapital des Stadtverbands erhalten.
Jahresbericht in neuem Gewand
Weiter wurde an der Sitzung die Schliessung der Sihlcity Kirche bekanntgegeben. Die ökumenische Trägerschaft entschied sich aufgrund geringer Besucherzahlen für die Kündigung des Mietvertrags auf Ende März 2020. Der Reformierte Stadtverband war an der Gründung der Kirche beteiligt.
Mit Applaus wurde schliesslich der Jahresbericht 2016 entgegengenommen. Er entstand in Zusammenarbeit mit Studenten der Zürcher Hochschule der Künste und präsentiert sich im Stil eines Bastelbogens als Sinnbild für den laufenden Reformprozess.