Reformierte SO: Synode im Zeichen der Flüchtlingskrise

Die Synode der reformierten Solothurner Kirche hat am Samstag 25'000 Franken für Flüchtlingsprojekte in Syrien und Irak gutgeheissen. An der Tagung war die Politik mit zwei Regierungsräten prominent vertreten: dem amtierenden Remo Ankli und seinem Vorgänger Klaus Fischer.

Prominenter Besuch in Breitenbach: Regierungsrat Remo Ankli an der Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Kanton Solothurn. (Bild: ref.ch/Zuber)

Die Synodalen befassten sich in Breitenbach mit der Jahresrechnung 15 und dem Jahresbericht. Finanzvorstand Markus Leuenberger präsentierte die Rechnung, die einen Überschuss von 47’500 Franken aufweist. Der Finanzausgleich schliesst mit einem Ausgabenüberschuss von 84’142 Franken.  Trotzdem stellte der Synodalrat den Antrag, mit 25’000 Franken Flüchtlinge zu unterstützen.

Uwe Kaiser, Synodaler aus Olten, schlug vor, diesen Betrag für Heks-Flüchtlingsprojekte in Syrien und dem Irak einzusetzen. Die Synodalen stimmten einstimmig zu. Ebenso klar verabschiedete die Synode die Jahresrechnung und den Jahresbericht 2015. Der 60seitige Bericht stelle eine bunte und farbige Kirche vor, sagte Synodalrätin Susanne Rudin, und zeige, dass Kirche viel mehr sei als Sonntagsgottesdienste.

In der Grussbotschaft der Regierung erklärte Vize-Landammann Remo Ankli, auch der Kanton beschäftige sich mit der Flüchtlingsfrage. Wichtig sei es, die Flüchtlinge schnell und gut zu integrieren und in den Arbeitsmarkt zu bringen. Der Staat brauche die Integrationskraft der Kirchen, die man nicht unterschätzen dürfe. Staat und Kirche seien aufeinander angewiesen. «Zusammen ist man im gleichen Boot», so Ankli.

Neue Thesen zur Reformation

Synodalratspräsidentin Verena Enzler stellte die zehn Thesen zum Reformationsjubiläum vor, die die Solothurner Kirchgemeinden eingereicht haben. 2017 feiern die Protestanten weltweit das Jubiläum der Reformation. Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund SEK rief Kirchgemeinden, Synoden und Kirchenleitungen auf, erneut Thesen zu formulieren.

«Das Ergebnis der Solothurner Umfrage fällt relativ klar und eindeutig aus,» sagte Verena Enzler.  So belegen Sätze wie «An Gott zu glauben, heisst, mit seinem Wirken zu rechnen», «Die Bibel ist das Fundament des christlichen Glaubens, Nahrung für meine Seele, Licht auf meinem Weg, Leitplanke für mein Leben» und «An Gott glauben und den Glauben leben gehört zusammen» die ersten drei Plätzen. Der Synodalrat leitet nun die Thesen an den Kirchenbund weiter, der die schweizweite Umfrage dann auswerten wird. Der SEK wird diese dann als «Essenz des schweizerischen reformierten Glaubens» ab 2017 präsentieren.