Reformierte Appenzell: Beratungsstelle wird weitergeführt

Die Synode der reformierten Landeskirche beider Appenzell hat am 24. Juni in Walzenhausen AR den Kirchenratsentscheid zur Auflösung der Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen (BEFL) mit 34 zu 5 Stimmen abgelehnt und mit 38 zu 5 Stimmen die Weiterführung beschlossen.


Der Kirchenrat hatte am 19. April die Schliessung der BEFL zum 30. Juni mitgeteilt und damit allgemeines Unverständnis und Proteste hervorgerufen, die auch ein verbreitetes Echo in den lokalen Medien fanden.

Auch die Synode äusserte deutlich ihre Befremdung. Der Kirchenrat setze hier demokratische Regeln ausser Kraft, um die Synode vor vollendete Tatsachen zu stellen. Die Stelle sei von der Synode geschaffen worden und könne nur durch die Synode aufgelöst werden. Die Beratungsstelle sei in wachsendem Masse gefragt, auch die Bevölkerung habe Mühe, diesen Entscheid zu verstehen.

Der Kirchenrat zeigte sich von der Heftigkeit der Reaktionen überrascht. Er bedauerte, «die nötige Sensibilität in der Kommunikation dieser heiklen diakonischen Frage nicht gebührend beachtet zu haben» und verwahrte sich gleichzeitig gegen «Unterstellungen», bei denen, so Präsident Kurt Kaegi «wir uns nur die Augen reiben können».

Auf Anfrage bestätigte Kaegi, dass der Kirchenrat schon seit einiger Zeit über eine Neuorientierung der kirchlichen Beratungsarbeit und ein Ausscheiden aus der auch von der römisch-katholischen Kirche und dem Kanton getragenen Beratungsstelle nachgedacht habe, aber dies nicht kommmuniziert habe. Jetzt hätten personale Gründe, über die der Kirchenrat aus rechtlichen Gründen Stillschweigen bewahren müsse, dazu geführt, dass die Entscheidung früher als beabsichtigt gefallen sei. Wie nach der Ablehnung der Synode vorgegangen werde, müsse noch diskutiert werden.