Reformierte Aargau: Synode lässt Jugend-Idyll renovieren

Am Mittwoch, 6. November beschloss die Synode der reformierten Landeskirche Aargau, das über fünfzig Jahre alte Jugendhaus neben dem Tagungszentrum Rügel bei Seengen zu renovieren. Das Haus ist noch immer im Besitz der Landeskirche. Weiter wurde an der Synode eine formale Hürde aus dem Weg geräumt: Wer aus der Kirche austreten will, soll dies künftig ohne Einschreiben machen können.

Wird umfassend saniert: Das der reformierten Landeskirche Aargau gehörende Jugendhaus Rügel, gebaut in den 1960er-Jahren. (Bild: ruegel-seengen.ch)

Wie die reformierte Landeskirche Aargau in einer Mitteilung schreibt, wurde ein Ausführungskredit von 160’000 Franken für werterhaltende Massnahmen am Jugendhaus genehmigt. Dies auch, weil der Betrag aus Rückstellungen der Rechnung des Tagungszentrums Rügel finanziert werden kann. Der Zustand und insbesondere die hygienischen Anlagen würden dem heutigen Standart nicht mehr genügen. Die sanitären Einrichtungen, Lüftungsanlagen, Schlafräume und die Fassade sollen nun renoviert werden. Die Geschäftsprüfungskommission wünschte sogar darüber hinaus einen Vorschlag für die Gesamtsanierung, um das Haus ökologisch nachhaltiger betreiben zu können. Die Arbeiten sollen von November 2014 bis März 2015 ausgeführt werden.

Kirchenaustritt auch ohne Einschreiben

Schon im Vorfeld der Synodesitzung hatte eine Motion zu einer formalen Vereinfachung des Kirchenaustritts in den Medien zu reden gegeben. Die Motion verlangt eine Änderung der Kirchenordnung, damit die Mitteilung eines Kirchenaustritts wieder – wie früher – als einfaches Schreiben per Post möglich ist und nicht zwingend als Einschreiben aufgegeben werden muss. «Der Austritt wird mit Zugang der Austrittserklärung bei der Kirchenpflege oder Aufgabe zu deren Handen bei der Schweizerischen Post (Poststempel) wirksam.» So der neue Text. Da die vorgeschlagene Formulierung genau dem entspricht, was der Kirchenrat bereits im November 2010 bei der Gesamtrevision der Kirchenordnung vorgeschlagen hatte, nahm er die Motion entgegen. Die entsprechende Gesetzesänderung wird der Synode 2015 vorgelegt. Sowohl die Motionärinnen als auch Kirchenratspräsident Christoph Weber-Berg erwarten deshalb keine Zunahme von Austritten. Der Entscheid, in der Kirche zu bleiben oder zu gehen, werde völlig unabhängig von formalen Hürden getroffen, meinten sie unisono. Man müsse aber Mitgliedern, die gehen wollten, nicht noch unnötige Steine in den Weg legen.

Weiter genehmigte das Kirchenparlament das Budget 2015 trotz eines Aufwandsüberschusses von rund 125’000 Franken und unterstützte die Einrichtung einer gemeinsamen Mitgliederverwaltung per Postulat.

 

Zum ausführlichen Bericht zur Synode der Reformierten Landeskirche Aargau vom 5. November 2014