Randale in Moschee – Imam richtet Appell an Täterschaft

Unbekannte sind in Bern in die Moschee an der Hochfeldstrasse eingedrungen und haben dort randaliert. Ziel der Attacke war der Imam Mustafa Memeti. Er gilt als Vertreter eines gemässigten Islam.

Imam Mustafa Memeti in den Räumlichkeiten, in denen der Einbruch verübt wurde, richtet einen Appell an die Täterschaft: «Wer andere Gläubige angreift, überschreitet klar Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen.» Bilder: zVg/Mustafa Memeti

Wie die Gratis-Zeitung «20 Minuten» am 20. Oktober berichtet, wurde vergangene Woche in die Moschee an der Hochfeldstrasse in Bern eingebrochen. Gestohlen wurde nichts, dafür ein Modell der neu geplanten Moschee in einem interreligiösen Gotteshaus zerstört sowie mehrere Bilder des Imams Mustafa Memeti verunstaltet. Der Imam gilt als Vertreter eines gemässigten Islam und hatte sich in der Vergangenheit mehrfach öffentlich vom Extremismus der IS distanziert.

 

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 Das von der Täterschaft zerstörte Modell der neuen Moschee im «Haus der Religionen».

Auf Anfrage von ref.ch ist für Memeti, der während dem Einbruch auf einer Pilgerreise in Mekka war, klar, wer hinter dem Einbruch steckt: «Das waren enorm konservative Muslime.» Konkreter will sich Memeti nicht zur Täterschaft äussern, möchte ihr aber dies zu Bedenken geben: «Ich habe nichts dagegen, wenn jemand seinen Glauben streng praktiziert. Aber wenn er andere Gläubige angreift, überschreitet er Grenzen. Und mit diesem Einbruch wurden klar Grenzen überschritten.»

 

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Eines der verunstalteten Bilder, die den Imam Mustafa Memeti zeigen.

Es ist das erste Mal, dass der Imam und die Moschee Ziel eines solchen Angriffs sind. Memeti glaubt gegenüber ref.ch auch das Motiv der Einbrecher zu kennen: «Der Hass richtet sich gegen das Projekt «Haus der Religionen». Für konservative Kreise ist dieses interreligiöse Projekt eine Provokation.»

Das Projekt «Haus der Religionen» am Europaplatz in Bern-Ausserholligen öffnet am 8. November seine Tore und auch Imam Memeti wird mit seiner Gemeinde dort Platz finden. Memeti sagt, dass die Menschen, welche die Moschee besuchen, «enttäuscht» seien über den Einbruch und die Randalen. «Richtig Angst haben wir aber keine. In der Schweiz ist die Sicherheit gewährleistet.»

Memeti hat bis heute nicht Anzeige erstattet. «Es gibt aber Überlegungen, dies zu tun», sagt er. Allerdings sei die Situation «kompliziert», deshalb würde man im Moment die Lage «beobachten». (ref.ch/su/dem)