Pontifex trifft Bedürftige in Dritt-Welt-Land
Arme, Geflüchtete, Ausgebeutete, Gefolterte, Hungernde: Menschen, die am Rand der Gesellschaft sind, lagen Franziskus schon immer am Herzen. Und von ihnen gibt es viele in der Demokratischen Republik Kongo und im Südsudan, die der Papst in der ersten Februarwoche besucht. Die Länder gehören zu den grössten Krisenregionen Afrikas. Millionen Menschen beten, dass Franziskus ihnen Hoffnung bringt.
«Der Besuch ist für uns ein Segen und eine Botschaft des Friedens», berichtet der kongolesische Priester Anselme Ludiga vor der Reise des Heiligen Vaters. Das riesige Land am Äquator ist derzeit vom Frieden weit entfernt. Der seit Jahren schwelende Konflikt der Regierung mit den Rebellen ist jüngst wieder eskaliert. Hunderttausende wurden in Folge der Gewalt vertrieben.
Franziskus bleibt in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa, in der rund 17 Millionen Menschen leben. Weit mehr als eine Million Gläubige werden zu den öffentlichen Events mit dem Pontifex erwartet, vor allem bei einer Messe am Flughafen. Die Sicherheitsvorkehrungen in der Stadt wurden verstärkt.
Auch den Südsudan will Franziskus besuchen, begleitet wird er von Justin Welby, dem Erzbischof von Canterbury und Primas der anglikanischen Kirche. In der noch sehr jungen Geschichte des christlichen Landes, das 2011 die Unabhängigkeit vom muslimisch dominierten Norden erlangte, spielte Papst Franziskus bereits eine grosse Rolle: 2019 lud er Präsident Kiir und dessen verfeindeten Vizepräsidenten Riek Machar in den Vatikan ein, betete mit ihnen und flehte sie um ein Ende des Konflikts an.
Dann kniete er sich plötzlich vor den beiden und anderen Gästen aus dem Südsudan nieder und küsste ihnen die Füsse. «Diese Geste hatte eine grosse Wirkung», erinnert sich Alfred Mahmoud Ambaro, ein Priester aus dem Südsudan, der in Rom studiert. Im Anschluss daran rauften sich die Gegner tatsächlich zusammen.
Die Reise in das schwülwarme Kinshasa und das heisse Juba werden dem Papst, der wegen seiner Knieprobleme weiterhin viel im Rollstuhl sitzt, viel abverlangen. Es wird sich zeigen, ob solche langen Trips für den 86-Jährigen künftig noch möglich sind. Und auch wenn er mögliche Rücktrittsgedanken immer wieder von sich weist - die Spekulationen um ein baldiges Ende von Franziskus' Pontifikat reissen im und um den Vatikan nicht ab.