Pilgern auf den Spuren der Zürcher Märtyrer

Zwischen Linthal in der Gemeinde Glarus Süd und Zürich entsteht ein neuer Pilgerweg auf den Spuren von Felix und Regula, den beiden Zürcher Stadtheiligen.


Eröffnet wird der Weg im Rahmen einer viertägigen Pilgerwanderung zu Fuss und mit dem Schiff vom 19. bis 22. September, teilten die Organisatoren mit. Der neue Pilgerweg soll unter anderem dazu beitragen, das Bewusstsein für die Zusammengehörigkeit von Glarner und Zürcher Katholiken zu stärken, sagte der katholische Pfarrer und Initiator des Projekts, Josef Kohler, gegenüber der Presseagentur Kipa. Das Projekt ist ökumenisch breit abgestützt.

Die gesamte reformierte Pfarrerschaft im Kanton Glarus stehe hinter dem Vorhaben, erklärte Kohler. Ebenso der reformierte Kirchenrat und auch der Kirchenrat der katholischen Landeskirche. Zur Eröffnung des Pilgerwegs findet in Zürich ein ökumenischer Gottesdienst mit Generalvikar Josef Annen, dem reformierten Pfarrer Andreas Bruderer und Pater Isidoroc El-Anba-Samuel von der koptisch-orthodoxen Kirche statt.

Ob es früher eine Tradition des Pilgerns vom Kanton Glarus nach Zürich gab, konnte Kohler nicht sagen. Eine solche wäre allenfalls in vorreformatorischer Zeit anzusiedeln. Das Zürcher Grossmünster war einst Mittelpunkt des Heiligenkults um Felix und Regula. 1524 schaffte Zürich die Heiligenverehrung ab. Der Gedenktag von Felix und Regula ist der 11. September.

Die beiden Geschwister waren gemäss der Legende die ersten christlichen Gestalten im Glarnerland. Sie gehörten demnach zur Thebäischen Legion, die in Saint-Maurice im Wallis umgebracht wurde, sollen aber über Glarus nach Zürich geflohen sein. Dort liess sie der römische Statthalter foltern und enthaupten. Im Kanton Glarus gibt es ebenfalls Gedenkorte für die beiden Heiligen.