Papst: «Kirche muss sich Hände schmutzig machen»
Die dreijährige Weltsynode der katholischen Kirche ist beendet. Papst Franziskus rief in seiner Predigt in der Abschlussmesse die katholische Kirche dazu auf, sich weiter auf den Weg zu machen: «Wir brauchen keine Kirche, die sitzenbleibt und aufgibt, sondern eine Kirche, die das laute Rufen der Welt aufnimmt und sich die Hände schmutzig macht, um ihr zu dienen.»
In einem 52 Seiten umfassenden Abschlusspapier wird auch eine stärkere Mitsprache von Frauen erwähnt. Die Frage des Zugangs von Frauen zum diakonischen Dienst bleibe offen, heisst es darin.
Hoffnung und Kritik
Die Schweizer Teilnehmenden der Weltsynode sind mit dem Schlussdokument «sehr zufrieden», wie es in einer Mitteilung der Schweizerischen Bischofskonferenz heisst. Die Synode habe festgestellt, dass es wichtig sei, Frauen einzubinden. Für deren Zugang zum Diakonenamt brauche es weitere Überlegungen.
Die Türen für das Diakonat der Frau blieben offen, sagte Bischof Felix Gmür. «Das ist ein Zeichen der Hoffnung. Schritt für Schritt werden wir mit Geduld und Beharrlichkeit unser Engagement fortsetzen.»
Doch es gab auch Kritik. Das Kirchentreffen habe «im Grunde nichts gebracht», sagte der deutsche Kirchenrechtler Thomas Schüller der Deutschen Presse-Agentur. «In vielen strittigen Themen wie der Weihe von Frauen zu Diakoninnen oder einer grundlegenden Änderung der Sexualmoral hat Franziskus autoritär ein päpstliches Basta gesprochen», so Schüller.
Papst Franziskus hatte die Weltsynode im Herbst 2021 eingeläutet. Das offizielle Thema lautete «Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung». Zum ersten Mal hatten nicht nur Bischöfe, sondern auch Ordensvertreter und Laien bei einer Bischofssynode ein Stimmrecht, darunter auch Frauen.
Papst verzichtet auf eigenes Schreiben
Den Versammlungen in Rom waren Beratungen auf regionaler und kontinentaler Ebene vorausgegangen. Der erste Teil der 16. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode fand im Herbst 2023 statt.
Am Samstagabend hatte der Papst überraschend bekannt gegeben, im Anschluss an die Synode kein eigenes apostolisches Schreiben zu veröffentlichen. Stattdessen stellte er das Schlussdokument der Weltsynode sofort dem gesamten «Heiligen Volk Gottes» zur Verfügung. (epd/ sda/ hz)