Unwetter
Oxfam: Millionen Menschen fehlt Schutz vor El Niño
Millionen von Menschen sind laut der Hilfsorganisation Oxfam nicht genügend vor den Auswirkungen des Wetterphänomens El Niño geschützt. Die Hilfsmittel für die Länder des globalen Südens zur Vorbereitung auf die Folgen wie Dürren und Überflutungen und ihrer Bewältigung seien völlig unzureichend, teilte Oxfam mit. Expertinnen und Experten rechnen in den kommenden Monaten mit dem stärksten El Niño seit Beginn der Aufzeichnungen. Im April nächsten Jahres werde vermutlich der Höhepunkt erreicht.
Oxfam zufolge stehen derzeit für die Bewältigung von El Niño weltweit nur 450 Millionen US-Dollar (rund 370 Millionen Franken) zur Verfügung. Beim bisher stärksten El Niño in den Jahren 2015 und 2016 habe es einen Finanzierungsaufruf von über fünf Milliarden US-Dollar gegeben, knapp zwei Milliarden seien mobilisiert worden.
Damals seien rund 60 Millionen Menschen von den Extremwetterereignissen betroffen gewesen. Oxfam forderte dazu auf, die humanitären Mittel umgehend aufzustocken. Es müsse höhere Investitionen in Schutzmassnahmen geben, betroffenen Länder müssten Schulden erlassen werden.
Mehrere Geberländer wie die USA und Deutschland haben ihre Mittel für internationale Hilfen erheblich gekürzt. Gleichzeitig litten im Osten und Süden des afrikanischen Kontinents 62 Millionen Menschen an den Folgen von Überschwemmungen, Dürren und Hunger, teilte Oxfam mit.
In mehreren Ländern drohe zudem eine Hungersnot, darunter im Sudan, dem Südsudan und Somalia. Weite Teile der Sahelzone seien ausserdem von Wasserknappheit bedroht. «El Niño belastet das ohnehin geschwächte humanitäre System zusätzlich, das schon jetzt Mühe hat, mit dem Ausmass der Not Schritt zu halten», sagte Oxfam-Expertin Marta Valdes García.
El Niño ist ein Wetterphänomen, das auf eine Erwärmung des Ozeans im Süden und Osten des Pazifiks zurückgeht. Dadurch verändern sich Wasser- und Luftströmungen, was in vielen Teilen der Welt Auswirkungen auf Temperaturen und Niederschlagsmuster hat. (epd/ dst)