Opfer des Holocaust nicht vergessen
Mit einer emotionalen Gedenkstunde hat der Deutsche Bundestag an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Im Mittelpunkt standen Menschen, die damals wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Identität verfolgt und als «asozial» bezeichnet wurden. 50’000 Männer wurden unter dem NS-Regime gemäss Paragraf 175, der Homosexualität bis 1994 unter Strafe stellte, zu Freiheitsstrafen verurteilt. Bis zu 6000 von ihnen wurden in Konzentrationslagern ermordet.
Auf die Anerkennung als Opfer der Nationalsozialisten hätten Angehörige sexuelle Minderheiten lange vergebens gewartet, betonte Bundestagspräsidentin Bärbel Bas. «Für unsere Erinnerungskultur ist es wichtig, dass wir die Geschichten aller Verfolgten erzählen», mahnte die SPD-Politikerin. Es sei die Aufgabe jeder Generation, sich von neuem mit den Verbrechen der Geschichte auseinanderzusetzen.
Auch der Schweizer Bundespräsident Alain Berset erinnerte an den Gedenktag.
Holocaust-Überlebende haben mir ihre Geschichte anvertraut. Das Treffen war eindrücklich, die Schilderungen erschütternd. Wir müssen die Erinnerung an den #Holocaust wachhalten. Wir alle stehen in der Pflicht, dass er weder verharmlost, noch vergessen wird. #HolocaustMemorialDay pic.twitter.com/Em6QTlbkwS
— Alain Berset (@alain_berset) January 27, 2023
Am 27. Januar 1945 hatten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz im besetzten Polen befreit. Die Nazis hatten dort mehr als eine Million Menschen ermordet. Seit 1996 wird das Datum als Holocaust-Gedenktag begangen. (sda/ jow)